Wer einen Hund hält, merkt die steigenden Kosten nicht nur beim Einkauf im Tierbedarfsladen. Auch die Gemeinden kassieren mit: 2025 nahmen Städte und Gemeinden in Deutschland insgesamt 429,7 Millionen Euro Hundesteuer ein. Das war der zweithöchste Stand seit Beginn der Erfassung. Nur 2024 lag der Betrag geringfügig höher – um etwa 200.000 Euro.

Ob 2025 weniger Hunde gehalten wurden, konnte das Statistische Bundesamt allerdings nicht feststellen. Die Hundesteuer ist eine Gemeindesteuer, deren Höhe und Ausgestaltung die Kommunen selbst bestimmen. Maßgeblich können der Wohnort, die Zahl der Hunde im Haushalt und teilweise auch die Rasse sein.

Mehr als 100 Millionen Euro in zehn Jahren

Ein Blick zurück zeigt die Größenordnung: 2015 lagen die kommunalen Hundesteuereinnahmen bei 322,0 Millionen Euro. Innerhalb von zehn Jahren sind sie damit um mehr als 100 Millionen Euro gestiegen. Für 2024 meldete das Statistische Bundesamt rund 430 Millionen Euro – einen neuen Rekordwert. Gegenüber 2023 mit 421 Millionen Euro entsprach das einem Plus von 2,2 Prozent.

Auch der Zehnjahresvergleich für 2024 fällt deutlich aus: Von rund 309 Millionen Euro im Jahr 2014 auf rund 430 Millionen Euro im Jahr 2024 stiegen die Einnahmen um 39,3 Prozent. Daraus lässt sich allerdings nicht direkt auf die Zahl der Hunde schließen. Unterschiedliche kommunale Steuersätze und Staffelungen können die Entwicklung kräftig beeinflussen. Ein höherer Kassenstand heißt also nicht zwangsläufig, dass mehr Hunde durch die Straßen tapsen.

Futter bleibt auf deutlich höherem Preisniveau

Beim Hunde- und Katzenfutter fiel die jüngste Teuerung vergleichsweise klein aus. 2025 verteuerte es sich im Jahresdurchschnitt um 0,4 Prozent, während die allgemeinen Verbraucherpreise um 2,2 Prozent stiegen. Für Tierhalter war das gegenüber den Vorjahren eine gewisse Entlastung – an der dauerhaft höheren Preisbasis änderte sich dadurch aber nichts.

Gegenüber 2020 war Tierfutter 2025 nämlich 35,8 Prozent teurer. Die allgemeinen Verbraucherpreise legten in diesem Zeitraum um 21,9 Prozent zu. Schon 2024 kosteten Hunde- und Katzenfutter im Jahresdurchschnitt 2,3 Prozent mehr als 2023; die allgemeine Teuerung lag damals bei 2,2 Prozent. Seit 2020 betrug der Anstieg beim Tierfutter 35,3 Prozent, bei den Verbraucherpreisen insgesamt 19,3 Prozent.

Im Verbraucherpreisindex wird Hunde- und Katzenfutter mit einem Gewicht von 4,20 Promille berücksichtigt. Die Daten sind in der Datenbank GENESIS-Online und im Preismonitor des Statistischen Bundesamtes abrufbar.

Die Rechnung endet nicht beim Futtersack

Zur laufenden Tierhaltung gehören neben Futter und Hundesteuer auch Tierarztkosten, Haftpflichtversicherung, Zubehör und gegebenenfalls Betreuung. Gerade unerwartete Behandlungen können Haushalte mit knappem Budget deutlich härter treffen als die regelmäßigen Ausgaben für Futter oder Steuer. Ein kurzer Aufenthalt in der Tierarztpraxis, und schon ist die Haushaltsplanung dahin.

Wie weit die kommunalen Unterschiede auseinanderliegen, zeigt ein Vergleich von 3.309 geprüften Steuersätzen, Stand: 17. September 2026. Für den ersten Hund werden in Deutschland durchschnittlich 69 Euro pro Jahr fällig, der Median liegt bei 60 Euro. Die Spanne reicht um mehr als das Zwölffache: Im niedersächsischen Engden kostet der Ersthund 15 Euro pro Jahr, in Mainz in Rheinland-Pfalz sind es 186 Euro.

Für einen Teil der geprüften Steuersätze ist die kommunale Hundesteuersatzung auf der jeweiligen Gemeindeseite verlinkt; die übrigen Werte stammen aus veröffentlichten Erhebungen. Wer wissen möchte, was der eigene Hund vor Ort kostet, kann den Steuersatz über eine Suche oder einen Hundesteuer-Rechner ermitteln. Heute, am 7.10.2026, bleibt damit vor allem ein Griff zum Taschenrechner – und vielleicht ein prüfender Blick auf den nächsten Futterbeutel.