Oppo hat die Find-X10-Serie am 22. September 2026 in China vorgestellt, der Verkauf startete dort am 24. September. Für Europa zeichnet sich nun ein deutlich teureres Bild ab: Die mutmaßlichen Preise der neuen Smartphones liegen spürbar über denen der Vorgängergeneration.

In Deutschland laufen bereits Vorbestellungen auf den Oppo-Produktseiten. Konfigurationen und Farben stehen fest. Offiziell bestätigt hat Oppo die Preise allerdings noch nicht. Die Angaben stammen vom französischen Blog Dealabs, der sie am 2. Oktober unter Berufung auf den Informanten billbil-kun veröffentlichte. Weil Dealabs in der Vergangenheit bei Oppo-Preisen mehrfach richtiglag, gilt die Quelle als vergleichsweise zuverlässig.

Zwei Modelle für Europa

Die chinesische Serie besteht aus dem Find X10 E als Einstiegsmodell, dem Find X10 als mittlerer Ausbaustufe und dem Find X10 Pro Max als Kamera-Flaggschiff. Nach dem bisherigen Leak sollen in Europa allerdings nur das Find X10 und das Find X10 Pro Max erscheinen.

Im Find X10 soll ein MediaTek Dimensity 9600M arbeiten, im Pro Max ein MediaTek Dimensity 9600 Pro. Der Dimensity 9600M basiert im Kern offenbar auf demselben Prozessor wie das Vorgängermodell. Das klingt zunächst nach wenig Veränderung – beim Blick auf die Preisliste wird es dann doch recht happig.

Für das Find X10 werden zwei europäische Varianten erwartet:

  • 12 GB RAM und 256 GB Speicher für 1.299 Euro
  • 12 GB RAM und 512 GB Speicher für 1.499 Euro

Das Find X10 Pro Max soll in Europa ausschließlich mit 12 GB RAM und 512 GB Speicher angeboten werden. Der mutmaßliche Listenpreis: 1.799 Euro. Die in China verfügbaren Varianten mit 16 GB RAM sollen hierzulande nicht erscheinen.

Zum Vergleich: Das Find X9 kostete mit 12 GB RAM und 512 GB Speicher zum Start 999 Euro. Selbst das Find X10 mit 12/512 GB bleibt trotz Rabatt etwa 350 Euro darüber.

Vorbestellung drückt den Preis

Ganz so steil fällt der Einstieg derzeit nicht aus. Die laufende Vorbestellaktion sieht bei einer Anzahlung von 49 Euro einen Sofortrabatt von 150 Euro für das Find X10 und 200 Euro für das Find X10 Pro Max vor. Damit sinken die genannten effektiven Preise auf 1.349 Euro für das Find X10 mit 12/512 GB und auf 1.599 Euro für das Pro Max mit 12/512 GB.

Vorbesteller dürfen außerdem einen Bonus aus drei Optionen auswählen. Zur Wahl stehen ein Hasselblad-Telekonverter-Kit für das Find X10 oder Find X10 Pro Max, ein Oppo Pad 5 mit 8 GB RAM und 128 GB Speicher sowie eine Oppo Watch X3 mit 2 GB RAM und 32 GB Speicher. Der Listenpreis des Tablets liegt bei 459 Euro, jener der Uhr bei 379 Euro. Studierende sollen laut Oppo zusätzlich bis zu 15 Prozent Rabatt erhalten.

Der rabattierte Preis des Find X10 Pro Max liegt damit zwar unter dem genannten Listenpreis, aber noch über dem Startpreis des Find X9 Ultra. Dieses war im April 2026 für 1.699 Euro auf den Markt gekommen. Beim Find X10 mit 12/512 GB bleibt trotz Vorbestellaktion ein kräftiger Abstand zum Launchpreis des Find X9.

Weniger Akku, weniger Schutz

Der Leak nennt auch Unterschiede zwischen den chinesischen und den europäischen Geräten. In China steckt in beiden Flaggschiffen eine 8.000-mAh-Silizium-Kohlenstoff-Batterie. Die Europa-Modelle sollen dagegen mit 7.150 mAh auskommen – 850 mAh weniger.

Auch beim Arbeitsspeicher wird gekürzt: In China gibt es 12 oder 16 GB RAM, in Europa ausschließlich 12 GB. Beim Schutz gegen Wasser und Staub soll das Find X10 in China IP66, IP68 und IP69 bieten, die europäische Version laut Leak hingegen nur IP68. Das Find X10 Pro Max soll in Europa weiterhin IP66, IP68 und IP69 erreichen.

Das kleinere Find X10 E bleibt vorerst China vorbehalten. Es nutzt den MediaTek Dimensity 9500s und startet dort bei 4.999 Yuan, umgerechnet etwa 652 Euro. Eine europäische Produktseite oder konkrete Hinweise auf eine Markteinführung gibt es bislang nicht.

China-Preise weit vom Europa-Niveau entfernt

Wie groß die Differenz ausfällt, zeigt der Blick auf den chinesischen Markt. Dort kostet das Find X10 mit 12/256 GB 5.499 Yuan, umgerechnet etwa 718 Euro. Das Find X10 Pro Max liegt mit 12/256 GB bei 6.799 Yuan, etwa 887 Euro. Für die chinesische Topversion mit 16 GB RAM und 1 TB Speicher werden 8.999 Yuan aufgerufen, rund 1.174 Euro.

Diese Topversion wäre damit rund 600 Euro günstiger als der mutmaßliche europäische Preis des Pro Max. Als Gründe für den Preisanstieg in Europa werden höhere Kosten für Speicherchips und Prozessoren genannt. Gerade die steigenden RAM-Preise sorgen in der Branche inzwischen für das Schlagwort „Ramageddon“. Ein Wort, das nach Weltuntergang klingt – und bei diesen Aufpreisen zumindest nicht völlig aus der Luft gegriffen wirkt.

Der Händler TradingShenzhen führt die Geräte der Find-X10-Serie bereits im Sortiment. Ein Testgerät des Find X10 Pro Max wurde bestellt und sollte Anfang der folgenden Woche eintreffen. Für Interessierte heißt es damit noch ein paar Tage warten, während Oppo die offiziellen europäischen Preise weiterhin offenlässt.

Stand heute, am 3. Oktober 2026, bleibt also eine Mischung aus Vorbestellbonus, teurem Speicher und regionalen Abstrichen bei Akku und Ausstattung. Wer zugreift, bekommt beim Pro Max immerhin das Hasselblad-Telekonverter-Kit, ein Tablet oder eine Uhr als Auswahl dazu – und muss trotzdem ziemlich tief in die Tasche greifen.