Am Bodensee könnte sich der Immobilienmarkt in den kommenden Jahren spürbar verändern. Mehrere Studien, auf die unter anderem das „Handelsblatt“ verweist, prognostizieren sinkende Immobilienpreise – ausgelöst durch den Generationenwechsel bei den Babyboomern.

Gemeint sind die geburtenstarken Jahrgänge von 1946 bis 1964. Laut der Immobilienplattform Jacasa gehört rund ein Drittel der Eigentumsimmobilien in Deutschland dieser Generation. Wenn viele dieser Häuser und Wohnungen gleichzeitig auf den Markt kommen, wird es für Käufer plötzlich ein deutlich größeres Angebot geben.

Was hinter dem „Silver Tsunami“ steckt

Die sogenannte „Häuserschwemme“-These geht davon aus, dass sich die heute über 60-Jährigen in den kommenden zehn bis 25 Jahren von ihren Immobilien trennen könnten. Manche können die Unterhaltskosten nicht mehr tragen. Andere müssen aus gesundheitlichen Gründen umziehen. Wieder andere versterben, sodass ihre Häuser oder Wohnungen von den Erben verkauft werden.

Für dieses erwartete zusätzliche Immobilienangebot hat sich der Begriff „Silver Tsunami“ eingebürgert. Das Bild ist drastisch: keine einzelne Verkaufswelle, sondern ein langfristig anschwellender Strom von Immobilien, der auf einen Markt trifft, auf dem schon kleine Veränderungen bei Angebot und Nachfrage viel bewegen können.

Wie belastbar ist die These am Bodensee?

Gerade am Bodensee stellt sich deshalb die Frage, ob die erwartete Häuserschwemme tatsächlich zu sinkenden Preisen führt. Der angekündigte Blick auf die Region soll prüfen, wie belastbar die These vom „Silver Tsunami“ ist und wie sich der Generationenwechsel konkret auf den Immobilienmarkt am Bodensee darstellen könnte.

Das Datum dieses Blicks: 4.10.2026. Der Ort: Baupreise. Zwischen hohen laufenden Kosten, gesundheitlich bedingten Umzügen und dem möglichen Tod von Eigentümern liegt allerdings kein Automatismus. Nicht jede Immobilie wird verkauft, nicht jedes Erbe landet sofort auf dem Markt. Und doch könnte die schiere Zahl der betroffenen Eigentumsimmobilien Bewegung in die Preise bringen – erst recht, wenn viele Angebote in einem ähnlichen Zeitraum auftauchen.

Für Käufer wäre ein größeres Angebot zunächst eine Erleichterung. Für Eigentümer, die mit einem hohen Verkaufspreis rechnen, könnte der Generationenwechsel dagegen zum Dämpfer werden. Am Bodensee dürfte dabei genau hinzusehen sein: Entscheidend ist nicht nur, wie viele Häuser frei werden, sondern auch, wann sie angeboten werden und ob Interessenten die Unterhaltskosten und den Zustand der Gebäude übernehmen können.