Wer in Deutschland einen neuen Starlink-Privatvertrag abschließt, bekommt die Standardantenne künftig nicht mehr automatisch kostenlos dazu. Stattdessen verlangt Starlink 10 Euro Miete pro Monat. Die neue Regelung gilt für Neukunden und wurde laut PCMag zunächst von Nutzern entdeckt – unter anderem in den USA, Kanada, Großbritannien, Frankreich, Australien, Mexiko und Deutschland.

Bislang stellte Starlink das Antennen-Kit bei einem Vertragsabschluss über zwölf Monate kostenlos bereit. Wer drei Jahre bleibt, zahlt für die Miete nun 360 Euro. Das Mini-Kit für den 100-Mbit/s-Tarif kostet im Handel teilweise etwa 200 Euro, das Standard-Kit für die beiden anderen Tarife ungefähr 340 Euro. Kunden können weiterhin angeben, dass sie bereits eine Antenne besitzen, etwa weil sie diese bei einem Händler gekauft haben. Ein Direktkauf bei Starlink bleibt möglich, erfordert laut Supportseite für Mietkunden allerdings ein Support-Ticket.

Höhere Tarife, teurerer Standby-Modus

Auch beim laufenden Dienst hat Starlink die Hand aufgehalten. Neukunden zahlen die höheren Preise bereits, für private Bestandskunden in Deutschland gilt die Erhöhung ab dem 18. Juni 2026. Je nach Tarif steigen die monatlichen Kosten um bis zu 20 Prozent:

Tarif Bisher Neu
Privathaushalt 100 Mbit/s 29 Euro 35 Euro
Privathaushalt 200 Mbit/s 49 Euro 55 Euro
Privathaushalt Max 69 Euro 75 Euro
Reise 100 GByte 40 Euro 45 Euro
Reise Unbegrenzt 89 Euro 95 Euro

Beim Tarif „Privathaushalt 100 Mbit/s“ sind bis zu 100 Mbit/s Download und 15 bis 35 Mbit/s Upload vorgesehen. „Privathaushalt Max“ bietet bis zu 400 Mbit/s Download und 20 bis 40 Mbit/s Upload. Ende Mai hatte Starlink die monatlichen Preise für alle Privatkunden- und Reisetarife bereits um 5 bis 6 Euro angehoben. Als Begründung nannte das Unternehmen in einer E-Mail gestiegene Betriebskosten.

Selbst der Standby-Modus bleibt nicht verschont: Er kostet nun 10 statt 5 Euro monatlich. Dafür hält Starlink eine Basisverbindung für Firmware-Updates und Notfälle mit 500 KB/s aufrecht. Das Abonnement lässt sich vollständig kündigen und später wieder aktivieren. Dann ist allerdings ein neuer Vertrag zu den zu diesem Zeitpunkt geltenden Konditionen nötig.

Für Neukunden im Tarif „Max“ entfallen laut PCMag außerdem der kostenlose Leihzugang zum Starlink Mini und der 50-Prozent-Rabatt auf Reisetarife. Im August 2025 hatte Starlink deutsche Kunden noch mit kostenloser Hardware geworben. Bis Ende 2025 gewann das Unternehmen weltweit mehr als neun Millionen Kunden.

Vom Satellitenanschluss zum großen Abogeschäft

Hinter den Preisentscheidungen steckt womöglich mehr als eine neue Rechnungsvorlage. Das Mietmodell könnte mit dem für den 12. Juni angekündigten Börsengang von SpaceX zusammenhängen: Wiederkehrende Einnahmen gelten für börsennotierte Unternehmen als vorteilhaft. Der Börsengang umfasste rund 555,6 Millionen Aktien zu je 135 US-Dollar. Vier Wochen später lag der Kurs unter dem Ausgabepreis, im Juli zeitweise rund 47 Prozent unter dem Allzeithoch.

Starlink war seit 2015 als Finanzierungsinstrument für SpaceX’ Mars- und Raketenpläne gedacht. Das Unternehmen baut seine Satelliten selbst und startet sie mit eigenen Falcon-9-Raketen – ein zentraler Kostenvorteil. Zwischen Dezember 2025 und April 2026 fertigte das Werk in Redmond laut SpaceX durchschnittlich rund 70 Satelliten pro Woche. Die Hardware für Endkunden entsteht im Werk Bastrop in Texas, dessen Fläche SpaceX 2026 mehr als verdoppeln will.

Aus dem Angebot für unterversorgte ländliche Regionen ist längst ein Abogeschäft für Privatkunden, Unternehmen und Behörden geworden. Die Zahl der Starlink-Abonnenten stieg von 2,3 Millionen Ende 2023 auf 4,4 Millionen Ende 2024 und 8,9 Millionen Ende 2025. Zum 31. März 2026 waren es 10,3 Millionen. Die ausgewiesene Zahl berücksichtigt allerdings nur Anschlüsse über Starlink.com; direkt ausgehandelte Verträge mit großen Unternehmen und Behörden fehlen darin.

2025 erzielte das Connectivity-Segment rund 10,0 Milliarden Euro Umsatz, ein operatives Ergebnis von 3,88 Milliarden Euro und ein bereinigtes EBITDA von 6,29 Milliarden Euro. Das entsprach einer bereinigten EBITDA-Marge von etwa 62,9 Prozent und einer operativen Marge von rund 38,8 Prozent. Die Herstellkosten stiegen um 24,2 Prozent, der Umsatz aber um 49,8 Prozent. Dadurch wuchs die rechnerische Bruttomarge von 37,3 auf 48,0 Prozent.

6,33 Milliarden Euro kamen von Privatkunden, 3,67 Milliarden Euro von Unternehmen und Behörden. Deren Anteil stieg seit 2023 von 27,2 auf 36,7 Prozent. Zu den genannten Großkunden gehören United Airlines, Carnival, Maersk und John Deere. Seit 2023 kündigte laut Börsenprospekt kein Unternehmenskunde mit mehr als 750.000 US-Dollar Jahresumsatz freiwillig.

Der durchschnittliche Monatserlös pro Abonnent fällt trotzdem: von 86,90 Euro im Jahr 2023 über 79,88 Euro 2024 und 71,10 Euro 2025 auf 57,94 Euro im ersten Quartal 2026. SpaceX führt den Rückgang auf den wachsenden Anteil internationaler Kunden, günstigere Tarifstufen und angepasste Monatsgebühren zurück und erwartet laut Börsenprospekt weitere Abschläge. 2025 setzte SpaceX rund 1,33 Milliarden Euro mit Hardware wie Antennen, Routern und Zubehör um. Der Hardwareumsatz blieb trotz der stark wachsenden Kundenzahl nahezu unverändert – ein Hinweis auf sinkende durchschnittliche Terminalpreise.

Das Abogeschäft trägt dabei auch andere Bereiche. Das Raketengeschäft erzielte 2025 rund 3,59 Milliarden Euro Umsatz, schrieb aber einen operativen Verlust von 577 Millionen Euro; im ersten Quartal 2026 kamen weitere 581 Millionen Euro Verlust hinzu. Das KI-Segment setzte 2025 rund 2,81 Milliarden Euro um und arbeitete ebenfalls mit Verlust. Der SpaceX-Konzern verzeichnete 2025 einen Nettoverlust von 4,33 Milliarden Euro, im ersten Quartal 2026 weitere 3,75 Milliarden Euro. Zum 31. März 2026 lag der kumulierte Bilanzverlust bei 36,26 Milliarden Euro.

Mehr als 10.000 Satelliten – und eine zweite Flotte

SpaceX betreibt mehr als 10.000 aktive Satelliten im niedrigen Erdorbit, rund 65 Prozent der weltweit funktionstüchtigen Satelliten. Unabhängige Zählungen von Jonathan McDowell kamen im Juni 2026 auf mehr als 10.400 aktive Starlink-Satelliten. Damit gehörte ungefähr jeder zweite aktive Satellit im Erdorbit zu Starlink. Im Juli 2026 standen den mehr als 10.400 Starlink-Satelliten rund 648 bei Eutelsat OneWeb und rund 375 bei Amazon Leo gegenüber – Starlink hatte damit mehr als fünfzehnmal so viele Satelliten wie OneWeb und Amazon zusammen.

Parallel entsteht eine zweite Starlink-Konstellation für handelsübliche Mobiltelefone. Zum 31. März 2026 umfasste diese Mobilfunkgeneration rund 650 Satelliten in etwa 30 Ländern. Breitband- und Mobilfunkflotte zusammen kamen laut Börsenprospekt auf rund 9.600 Satelliten. Zu den Mobilfunkpartnern gehören T-Mobile US, Salt, Rogers, KDDI und Telstra. SpaceX arbeitet außerdem an einer besseren Kommunikation zwischen den Satelliten, um die Latenzzeiten zu senken.

2025 erwarb SpaceX von EchoStar Lizenzen in den Frequenzbändern AWS-3, AWS-4 und H-Block. Die FCC genehmigte die Transaktion am 12. Mai 2026. EchoStar erhält laut Prospekt rund 261,8 Millionen SpaceX-Aktien sowie Barmittel. Die Frequenzen sollen Starlink ab Ende 2027 einen eigenständigen Mobilfunkbetrieb ermöglichen.

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