Tankrabatt und Preisdeckel: So können Autofahrer im Ostallgäu und in Kaufbeuren sparen
Wer derzeit im Ostallgäu oder in Kaufbeuren tanken muss, schaut vermutlich zweimal auf die Anzeige. Wegen des Kriegs im Nahen Osten stiegen die Kraftstoffpreise an den Tankstellen auf mehr als 2 Euro je Liter. Am Donnerstag kostete Diesel im bundesweiten Tagesdurchschnitt laut ADAC 2,471 Euro pro Liter – rund zwei Cent mehr als am Vortag. Super E10 wurde nach mehreren Rekordwerten leicht günstiger und lag bei 2,308 Euro.
Für Pendler, Freiberufler, Ehrenamtliche und Familien ist das keine Kleinigkeit. Der Bund und die Länder haben deshalb einen weiteren Tankrabatt beschlossen. Vom 1. Oktober bis zum 31. Dezember 2026 wird die Energiesteuer auf Benzin und Diesel um 14 Cent je Liter gesenkt. Einschließlich des darauf entfallenden Umsatzsteueranteils ergibt sich eine Entlastung von rund 17 Cent je Liter. Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen sollen dadurch insgesamt um rund 2,5 Milliarden Euro entlastet werden.
Was an der Zapfsäule ankommt
Ganz neu ist das Instrument nicht: Von Anfang Mai bis Ende Juni 2026 hatte bereits ein Tankrabatt in gleicher Größenordnung gegolten. In den ursprünglichen Plänen war eine Entlastung ab 1. Mai vorgesehen, befristet bis zum 1. Juli; zunächst wurde sie nicht verlängert. Dagegen sprachen die hohen Kosten und die Tatsache, dass nur ein Teil des Rabatts an Autofahrende weitergegeben wurde.
Die Monopolkommission und das Bundeskartellamt kamen später zu dem Ergebnis, dass die Energiesteuersenkung im Mai und Juni 2026 weitgehend bei den Verbrauchern angekommen sei. Sie habe Preisspitzen in einer Phase besonders hoher Kraftstoffpreise abgefedert. Nun tragen Bund und Länder die Kosten erneut gemeinsam. Die Länder beteiligen sich über einen Umsatzsteuerfestbetrag mit 1,25 Milliarden Euro.
Bundeskanzler Friedrich Merz erklärte, die Maßnahme solle Menschen helfen, die täglich auf das Auto angewiesen sind. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU) verwies darauf, dass die Energiesteuersenkung auch mittelständische Betriebe entlasten solle. Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) sagte, die Preise würden kurzfristig sinken und durch einen Spritpreisdeckel weiter entlastet.
Die Einigung war am Donnerstagabend in Gesprächen zwischen Kanzler Merz und Koordinatoren der SPD- und CDU-geführten Länder vorbereitet worden. Die SPD fordert den Preisdeckel seit Längerem, während sich Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) dagegen ausgesprochen hatte. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) kündigte an, gegen überhöhte Preise an Tankstellen vorzugehen und Krisengewinne der Mineralölkonzerne an die Bevölkerung zurückzuführen.
Preisdeckel mit offenem Starttermin
Spätestens am 1. Januar 2027 soll der Spritpreisdeckel eingeführt werden. Der genaue Starttermin ist noch offen. Als Vorbilder gelten Luxemburg und Belgien. Der zulässige Höchstpreis für Benzin und Diesel soll sich unter anderem an den Ölpreisen, den Transport- und Vertriebskosten sowie einer Händlermarge orientieren. Damit sollen die Versorgungssicherheit gewährleistet und missbräuchliche Preisaufschläge verhindert werden.
Zusätzlich ist eine Übergewinnsteuer geplant, an deren Finanzierung die Mineralölkonzerne beteiligt werden sollen. Auf EU-Ebene sollen außerdem Maßnahmen gegenüber der Mineralölwirtschaft geprüft werden, ähnlich dem EU-Energiekrisenbeitrag von 2022. Für besonders betroffene Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen will die Bundesregierung weitere gezielte Hilfen prüfen. Sie will auch die Voraussetzungen für einkommensbezogene Direktauszahlungen schaffen.
Der Bund beobachtet nach eigenen Angaben die Preisentwicklung und die wirtschaftlichen Folgen weiter. Bereits umgesetzt wurden eine dauerhafte Erhöhung der Pendlerpauschale und die Mobilitätsprämie für Steuerpflichtige mit geringen Einkommen. Geplant ist zudem eine Einkommensteuersenkung ab 2027 für Familien sowie Menschen mit geringen und mittleren Einkommen. In der Landwirtschaft wurde die Agrardiesel-Rückvergütung vollständig wiedereingeführt. Eine weitere Verschärfung des Kartellrechts soll die Preisbildung an Tankstellen besser überwachen.
So lässt sich im Ostallgäu sparen
Wer nicht gerade auf Reserve fährt, sollte vor dem Tanken vergleichen. Eine kurze zusätzliche Fahrt kann sich durchaus lohnen – manchmal ist der Umweg billiger als der Griff zur erstbesten Zapfpistole. Für den Landkreis Ostallgäu und die Stadt Kaufbeuren werden die aktuellen Preise aller geöffneten Tankstellen in einer Karte und einer Tabelle aufgeführt.
Die Daten stammen von Tankerkoenig.de. Der Dienst übermittelt in Echtzeit die von Tankstellen an die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe gemeldeten Benzin- und Dieselpreise. Ändert eine Tankstelle ihre Meldung, wird die Übersicht automatisch aktualisiert. Ganz statisch ist die Sache ohnehin nicht: Die Preise schwanken im Tagesverlauf.
Seit dem 1. April dürfen Tankstellen ihre Preise nur noch einmal täglich, um 12 Uhr mittags, erhöhen. Preissenkungen sind jederzeit möglich. Deshalb sind die Preise meist kurz vor 12 Uhr am niedrigsten und kurz danach am höchsten. Wer knapp vor Mittag an die Säule rollt, kann also Glück haben – oder steht mit vielen anderen dort.
Die Übersichten zeigen die Preisentwicklung der vergangenen 100 Tage. Für eine genauere Betrachtung bestimmter Tageszeiten gibt es zusätzlich die vergangenen zehn Tage. Die Entwicklungen werden getrennt für den Landkreis Ostallgäu und Kaufbeuren dargestellt. Preisübersichten stehen außerdem für die Nachbarlandkreise und alle Landkreise der Region bereit.
Eine weitere Grafik zeigt die deutschlandweite Entwicklung der Benzin- und Dieselpreise im vergangenen Jahr. Gerade angesichts der Unsicherheit an den Märkten, die durch die kriegerischen Ereignisse und die erneute Eskalation im Nahost-Konflikt verstärkt wird, bleibt der Blick auf die regionale Preisbewegung hilfreich. Und manchmal entscheidet eben nicht der große politische Plan, sondern die Tankstelle zwei Straßen weiter.
