Nokera holt Kampa-Retter Josef Haas an Bord und will ab November durchstarten
Beim Holzbau-Start-up Nokera ist wieder Bewegung in der Chefetage. Das 2020 gestartete Unternehmen hat Josef Haas als zusätzlichen Chef engagiert. Verwaltungsratschef und Unternehmensgründer bleibt Norbert Ketterer. Seit Mitte September teilt sich Haas die Führung als Co-CEO mit Ulrich Schwenken, der erst im März zum CEO ernannt worden war.
Finanzchef Leen Osterloh bleibt an Bord. Auch Schwenken und Osterloh sollen im Unternehmen bleiben. Die neue Aufgabenverteilung ist klar: Haas übernimmt Vertrieb, Marketing, Produktentwicklung, Baumanagement und Kundenkontakte. Schwenken verantwortet Produktion und Digitalisierung und soll künftig stärker im Hintergrund arbeiten.
Ein Kampa-Retter soll neue Aufträge bringen
Josef Haas bringt Erfahrung aus der Fertighausbranche mit. 2009 übernahm er den insolventen Fertighaushersteller Kampa und führte ihn zu neuem Erfolg. Die Marke war überregional bekannt, galt als Branchenvorreiter und war sogar börsennotiert. Dennoch geriet die Kampa AG wirtschaftlich in Schwierigkeiten und meldete 2009 Insolvenz an. Haas, der Kampa Fertighäuser gegründet hatte, verhinderte nach Darstellung der Frankfurter Allgemeinen Zeitung das endgültige Aus der Marke; Kampa setzte den Betrieb nach der Insolvenz fort.
2023 verkaufte Haas Kampa an die österreichische ELK Group. Im Juni dieses Jahres schied er nach 17 Jahren aus dem Unternehmen aus. Nun verfolgt er ein neues Ziel in der Holzfertigbau-Branche. Seine Kontakte in der Fertighauswelt könnten Nokera helfen, neue Aufträge an Land zu ziehen. Der FAZ-Artikel von Autor Uwe Marx erschien am 26. Juni 2026.
Nokera produziert industriell vorgefertigte Holzmodule für den seriellen Wohnungsbau. Projekte sind zwar abgeschlossen, doch der große Durchbruch ist bisher ausgeblieben. Die Auslastung bleibt schwach. Aufträge für größere serielle Wohnanlagen sowie ein Auftrag von Vonovia zur seriellen Sanierung reichen bislang nicht aus, um die drei Standorte voll zu beschäftigen: die große Fabrik in Möckern und das Werk in Burg, beide in Sachsen-Anhalt, sowie das Werk in Erfurt, Thüringen.
Mehr Tempo ab November
Nach seinem Amtsantritt hielt Haas in der Nokera-Betriebsstätte Burg eine Ansprache vor der Belegschaft. Seine Botschaft: Nokera werde ab November stärker durchstarten. Die operativen Einheiten Nokera Planning und Nokera Construction in Leipzig sollen Geschosswohnungen mit bis zu sieben Etagen und knapp 25 Metern Höhe planen und bauen.
Haas sieht die Marktchancen nach eigenen Angaben noch nicht ausgeschöpft. Als zusätzliche Perspektive gilt die Auftragsfertigung für andere Bauunternehmen. Das Start-up Gropyus fertigt bereits großformatige Holzbauelemente für das Bauunternehmen Strenger. Die ersten gemeinsamen Module sollen in München-Lochhausen für ein Projekt mit 90 Reihen- und Doppelhäusern eingesetzt werden.
Der Markt für schnellen und vergleichsweise preiswerten seriellen Fertigbau wächst, ist aber umkämpft. Goldbeck gehört zu den Wettbewerbern, ebenso die Oikos Group mit den Marken Bien-Zenker, Hanse Haus und Living Haus. Diese Unternehmen weiten ihr Geschäft über den Bau von Ein- und Zweifamilienhäusern hinaus auf den seriellen Geschosswohnungsbau aus. Gerade dieser soll helfen, die Wohnungsnot in Deutschland zu verringern. Klingt nach einer großen Aufgabe – und nach reichlich Arbeit für alle, die ihre Werke tatsächlich füllen müssen.
Branchenzahlen aus dem Holzbau
Für die Einordnung der Entwicklung veröffentlicht Holzbau Deutschland regelmäßig Zahlen zum Zimmerer- und Holzbaugewerbe in Deutschland. Der jährlich erscheinende Lagebericht behandelt die Branchenstruktur, die Markt- und Wettbewerbssituation, die betriebswirtschaftliche Lage einschließlich Finanzierungsaspekten sowie die Ausbildungszahlen im Holzbau.
In die Berichte fließen Daten des Statistischen Bundesamtes und Ergebnisse des Betriebsvergleichs ein, an dem sich Mitgliedsbetriebe beteiligen können. Verfügbar sind der Lagebericht 2026 mit Statistiken sowie die Ausgaben für 2025 und 2024. Ältere Lageberichte können per E-Mail bei Holzbau Deutschland angefragt werden.
Bis 2018 erschien zusätzlich ein separates Statistik-Beiblatt. Seit 2019 sind die Statistiken direkt in die jeweiligen Lageberichte integriert; die Statistik-Beiblätter bis 2018 sind weiterhin aufgeführt.
