GO! baut in Steinhaus bei Wels Österreichs neues Logistik-Drehkreuz mit 21 Toren
Auf der Baustelle in Steinhaus bei Wels ist am 1. Oktober 2026 der erste sichtbare Schritt für einen neuen Logistikstandort gesetzt worden: GO! Express & Logistics baut dort einen zentralen Umschlagspunkt für Österreich. Der Spatenstich erfolgte nur einen Tag vor heute, dem 2. Oktober 2026.
Unter einem Dach sollen künftig die GO! Station Linz und das österreichische Regio-Hub Platz finden. Beim Termin dabei waren unter anderem Johannes Wensauer, Geschäftsführer von GO! Österreich, Thomas Samhaber, Leiter der GO! Station Linz, Vertreter der Unternehmensgruppe Holzhaider, Bürgermeister Harald Piritsch sowie Martina Baerecke aus der Geschäftsführung von GO! Deutschland.
Mehr Platz, mehr Tore, kürzere Wege
Die Fertigstellung und Inbetriebnahme sind für Mitte bis Ende April 2027 geplant. Der Neubau soll mehr Raum für die operative Abwicklung und weiteres Wachstum schaffen. Die Umschlagfläche wird gegenüber dem bisherigen Standort verdoppelt, bei den Toren geht es von drei auf 21 hinauf. Das ist kein kleiner Umbau, sondern ein deutlicher Sprung im täglichen Betrieb.
Vorgesehen sind eine separate Lkw-Rampe, sprinterhohe Tore und ein automatisches Förderband. Be- und Entladung sowie der Umschlag sollen dadurch schneller und effizienter laufen. Die neue Anlage umfasst 270 m² Bürofläche und 908 m² Hallenfläche – zusammen 1.178 m² Büro- und Hallennutzfläche. Dazu kommen 2.568 m² asphaltierte Rangier- und Fahrfläche, auf der künftig deutlich mehr Bewegung sein dürfte.
Das Regio-Hub bündelt österreichische Sendungsströme und verteilt sie in das nationale und internationale GO!-Netzwerk. Derzeit werden dort pro Nacht rund zehn Tonnen beziehungsweise 2.500 Packstücke bearbeitet. Künftig soll die Kapazität auf etwa das Dreifache steigen. Für den Paketalltag heißt das: mehr Rollcontainer, mehr Sortiervorgänge, mehr Lkw-Bewegung – und hoffentlich weniger hektisches Suchen im letzten Moment.
Von Südösterreich schneller zum Hub
Die zusätzlichen Kapazitäten sollen die Verbindungen innerhalb Österreichs sowie nach Deutschland, in die Schweiz, nach Tschechien und nach Mittel- und Osteuropa stärken. Der neue Standort liegt rund 15 Minuten näher am zentralen GO!-Hub in Niederaula, Deutschland. Gerade Linien aus Südösterreich, insbesondere aus Graz und Klagenfurt, sollen Steinhaus schneller erreichen.
Auch die Abläufe auf der Fläche selbst sollen übersichtlicher werden. Das soll Sortier- und Verladeprozesse verbessern sowie Fehlersortierungen und Fehlverladungen reduzieren. Zum Betriebsstart werden voraussichtlich acht angestellte und rund sieben externe Mitarbeitende dort tätig sein. Mittelfristig soll die Zahl der angestellten Mitarbeitenden auf etwa 15 steigen.
Beim Gebäude setzt GO! auf eine Photovoltaikanlage, eine Wärmepumpe, LED-Beleuchtung und Ladeinfrastruktur. Der Standort liegt in Oberösterreich, einer bedeutenden Industrie- und Exportregion mit zentraler Lage, direkter Anbindung an die Westautobahn A 1 und Nähe zu Deutschland. Regionale Kundennähe soll so mit nationalen und internationalen Express- und Kurierverbindungen verbunden werden.
Ein Logistikbau im größeren Marktbild
Wie sich der Markt für Kurier-, Express- und Paketdienste entwickelt, untersucht unter anderem der BRANCHENRADAR©. Die Studie für KEP-Dienste in Österreich 2026 arbeitet mit mehreren Erhebungsmethoden, weil die Aussagekraft einer Marktstudie stark von der Qualität ihrer Daten abhängt.
In der ersten Melderunde werden relevante Hersteller schriftlich zu Absatz- und Umsatzzahlen befragt, meist gegliedert nach Produktsegmenten und Vertriebswegen. Die kumulierten Ergebnisse erhalten alle Teilnehmer kostenlos. Die gemeldeten Zahlen werden auf Plausibilität und mögliche Interessenbindungen geprüft. Zusätzlich liefert ein eigenes Handelspanel Daten zu Absatz und Umsatz auf Herstellerebene. Einbezogen werden dabei unter anderem Baustoffhandel und DIY, Möbelhandel, Bedachungsfachhandel, Farbengroßhandel, Sanitärgroßhandel, Elektrogroßhandel sowie Beschlags- und Holzgroßhandel.
Bei der Evaluierung werden Herstellerangaben mit den Ergebnissen des Handelspanels abgeglichen. Abweichungsanalysen sowie Mengen- und Preisgerüste helfen dabei; falls nötig, werden Daten in Abstimmung mit den jeweiligen Unternehmen korrigiert. Fehlen Unternehmensangaben, greifen die Autoren auf Handelspaneldaten, Angaben von Wettbewerbern und Vorlieferanten, Jahresabschlüsse sowie Medienberichte zurück.
Unabhängig von den Unternehmensmeldungen berechnet das BRANCHENRADAR im zweiten Schritt Marktgröße und Marktsegmente – etwa nach Bauart, Gebäudetyp oder Region. Grundlage ist ein Indikatorenmodell mit mehr als 30 Zeitreihen. Verwendet werden öffentliche Statistiken, Konjunktur- und Baustatistiken sowie eigene Erhebungen. Für die Preisentwicklung werden Hersteller- und Handelspreislisten, Flugblätter und Daten aus dem Handelspanel ausgewertet.
Daten, Prognosen und Gespräche
Für die Prognose findet in Österreich und Deutschland jährlich die BRANCHENRADAR-Konjunkturbefragung „Bauen & Wohnen“ statt. Sie liefert Variablen für die Prognoserechnung. Die Stichprobe umfasst in beiden Ländern jeweils mehr als 2.000 Häuslbauer und Renovierer sowie mehrere hundert Bauträger und Hausverwaltungen.
Ergänzt werden die Recherchen durch Expertengespräche mit Marktteilnehmern aus der gesamten Wertschöpfungskette. Die fertige Studie umfasst 60 bis 90 Seiten, enthält ausführliche Erläuterungen sowie zahlreiche grafisch aufbereitete Tabellen und Diagramme. Analysiert werden konjunkturelle Rahmenbedingungen, Gesamtmarkt, Teilmärkte und Marktsegmente, Anbieter-Marktanteile nach Menge und Wert und teilweise auch Marktanteile innerhalb einzelner Produktgruppen.
Die Zeitreihen decken vier Jahre mit Ist-Werten sowie zwei Jahre mit Schätzungen beziehungsweise Prognosen ab. Im Mittelpunkt stehen Markttrends und deren Treiber. Abschließend wird der Markt anhand von fünf Wettbewerbsdimensionen nach Michael Porter beschrieben: Substitutionsprodukte, neue Anbieter, Wettbewerbsrivalität, Verhandlungsmacht der Abnehmer und Verhandlungsmacht der Lieferanten.
Im Anhang finden sich eine detaillierte Marktabgrenzung, Begriffserläuterungen, kurze Profile der wichtigsten Anbieter und ein Tabellenteil mit dem gesamten erhobenen Datenmaterial. Die Studienautoren bringen Marktkenntnis und analytische Kompetenz ein, formulieren gezielte Fragen und werten die Antworten aus. Während in Steinhaus nun erst einmal Beton, Asphalt und Fördertechnik folgen, beginnt anderswo schon die nächste Tabellenzeile.
