Im August 2026 haben die Behörden in Deutschland 20.600 Wohnungen genehmigt. Das waren 6,8 Prozent beziehungsweise 1.300 Wohnungen mehr als im August des Vorjahres. Nach den schweren Jahren im Wohnungsbau klingt das zunächst nach einem kleinen Aufatmen – mehr aber auch nicht.

Von Januar bis August wurden Genehmigungen für insgesamt 169.400 Wohnungen in neuen und bestehenden Gebäuden erteilt. Damit lag die Zahl um gut 12 Prozent beziehungsweise 18.300 Wohnungen über dem Vorjahreszeitraum. In neu zu errichtenden Gebäuden kamen 137.500 genehmigte Wohnungen zusammen, 12,7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Mehr Wohnungen in größeren Projekten

Die Entwicklung fiel je nach Gebäudetyp unterschiedlich aus. Bei Einfamilienhäusern stieg die Zahl der genehmigten Wohnungen um knapp 8 Prozent. Bei Zweifamilienhäusern betrug der Zuwachs 21,7 Prozent. In Mehrfamilienhäusern wurden 90.600 Neubauwohnungen genehmigt – 14,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Schon im ersten Halbjahr waren die Baugenehmigungen um gut 15 Prozent gestiegen. Das war der stärkste Anstieg in einem ersten Halbjahr seit 2016. Ob daraus bald mehr Kräne, Betonmischer und offene Baugruben werden, steht allerdings auf einem anderen Blatt.

Eine Baugenehmigung ist schließlich noch keine fertige Wohnung. Finanzierung, Baustart und Fertigstellung können sich über längere Zeit hinziehen. Selbst genehmigte Projekte werden wegen hoher Bau- und Finanzierungskosten verzögert, verkleinert oder gar nicht umgesetzt. Die aktuellen Zahlen zeigen also zunächst vor allem, dass mehr Vorhaben die amtliche Hürde genommen haben.

Teure Baustellen, knapper Wohnraum

Hohe Zinsen sowie gestiegene Energie- und Baukosten erschweren den Neubau weiterhin. Infolge des Iran-Kriegs werden zusätzlich höhere Energiepreise als Belastungsfaktor genannt. Auf der Baustelle merkt man solche Entwicklungen nicht als abstrakte Kurve, sondern bei Angeboten, Nachträgen und Rechnungen, die plötzlich dicker ausfallen als gedacht.

Deutschland fehlen Schätzungen zufolge mehr als eine Million Wohnungen. Im vergangenen Jahr wurden 206.600 Wohnungen fertiggestellt, 18 Prozent weniger als im Vorjahr und so wenige wie seit 2012 nicht mehr. Der Wohnraummangel bleibt bestehen, solange die Fertigstellungen deutlich hinter dem Bedarf zurückbleiben.

Auch der Blick auf 2024 fällt ernüchternd aus: Damals wurden rund 216.000 neue Wohnungen fertiggestellt, etwa 14 Prozent weniger als 2023. Das Ziel der Ampel-Koalition, jährlich 400.000 Wohnungen zu bauen, wurde verfehlt. Besonders in Großstädten herrscht Wohnungsknappheit, und die Lage droht sich weiter zu verschärfen.

Als Gründe für die gestiegenen Baupreise werden unter anderem höhere Energiepreise, Inflation, Lieferengpässe und teureres Baumaterial genannt. Die Preise für Wohngebäude-Neubauten lagen zuletzt knapp 3 Prozent über dem Vorjahresniveau. 2022 war mit einer Steigerung von bis zu 16 Prozent der Höchststand erreicht.

Ein Markt mit großer Bedeutung

Gemessen am Umsatz ist der Wohnungsbau eine wichtige Sparte des deutschen Bauhauptgewerbes. Zuletzt entfiel knapp ein Drittel des Gesamtumsatzes auf diesen Bereich. Der Spartenumsatz sank 2024 jedoch auf rund 51 Milliarden Euro; bis 2022 war er kontinuierlich gestiegen, seitdem geht er jährlich zurück. Auch die Auftragseingänge gingen in den vergangenen zwei Jahren deutlich zurück.

Die Investitionen in den Wohnungsbau stiegen dennoch. 2024 lagen sie bei rund 281 Milliarden Euro, womit mehr als 60 Prozent der Bauinvestitionen auf den Wohnungsbau entfielen. Das wirkt auf den ersten Blick widersprüchlich: viel Geld im System, aber weniger Genehmigungen, weniger Aufträge und zu wenige fertige Wohnungen.

Seit Mitte der 1990er-Jahre ist die Zahl der Baugenehmigungen in Deutschland stark zurückgegangen. Mehr als zwei Drittel der Genehmigungen entfielen auf private Haushalte. Der Rückgang steht auch mit dem Ausbleiben von Aufträgen im Wohnungsbau in Zusammenhang. 2023 wurden insgesamt etwa 216.000 neue Wohnungen genehmigt.

Baugenehmigungen gelten als wichtiger Indikator für die Entwicklung des Wohnungsmangels. Steigende Baukosten führten zuletzt zu einem geringeren Genehmigungsvolumen. Besonders stark ging die Zahl der Einfamilienhäuser zurück: 2024 wurden nur noch knapp halb so viele Einfamilienhäuser gebaut wie zwei Jahre zuvor.

Was jetzt aus den Genehmigungen werden muss

Die Bundesregierung will Genehmigungsverfahren mit einem sogenannten „Bau-Turbo“ beschleunigen. Auch die neue Bundesregierung plant, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen sowie den Bau von Miet- und Sozialwohnungen voranzutreiben. Verkürzte Genehmigungszeiten durch den „Bau-Turbo“ sollen den Wohnungsbau erleichtern und der Wohnungsknappheit entgegenwirken.

Das Bundesbauministerium stockte außerdem die Förderung für energieeffiziente Neubauten nach dem Standard EH 55 auf. Für die tatsächliche Schaffung bezahlbarer Wohnungen spielen neben dem Baurecht aber auch Grundstückspreise, Förderbedingungen, energetische Vorgaben und die Nachfrage nach Wohnungsgrößen eine Rolle. Ein schneller Bescheid allein bringt noch niemanden ins neue Wohnzimmer.

Ob die zusätzlichen Genehmigungen zu mehr Baustarts und Fertigstellungen führen, soll sich in den kommenden Quartalen zeigen. Projekte müssen finanziert, geplant und tatsächlich begonnen werden – und am Ende muss jemand die Wohnungen auch bezahlen können.

Die ergänzend herangezogene Destatis-Quelle vom August 2026 ist nicht lesbar und besteht überwiegend aus binären beziehungsweise zufälligen Zeichen. Überprüfbare Informationen, Ereignisse, Personen, Orte oder Daten lassen sich daraus nicht erkennen; eine sachliche Zusammenfassung dieses Textes ist daher nicht möglich.

Die Einordnung zum Wohnungsbau wurde am 17. Dezember 2025 von René Muschter veröffentlicht. Sie verweist auf eine Branche, in der sich die Spannung derzeit an vielen Stellen zeigt: Genehmigungen ziehen wieder an, während Kosten, Finanzierung und fehlende Aufträge den Weg vom Papier zur fertigen Wohnung ausbremsen. Auf manchen Baustellen bleibt es deshalb vorerst still – nur das Knirschen der Kalkulationen ist zu hören.