Die Nordseeküste soll künftig stärker in die Bündnisverteidigung eingebunden werden. Dafür wird der Hafen Bremerhaven als NATO-Drehscheibe ausgebaut. Der Bund will dafür rund 1,35 Milliarden Euro investieren.

Zusätzlich plant die Bundeswehr einen neuen Marinestützpunkt. Ausgewählt wurde dafür der Rysumer Nacken bei Emden – ein Gebiet, das bislang weitgehend unbebaut ist. Für die Region ist das ein großer Schritt, vielleicht sogar ein ziemlich überraschender.

Marinestützpunkt am Rysumer Nacken

Stadt und Land prüfen seit Jahren, ob sich der Rysumer Nacken für die Hafenentwicklung nutzen lässt. Nun bekommt das Areal eine weitere, militärische Perspektive. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) unterzeichnete dazu eine Absichtserklärung.

Damit nimmt die Planung für einen neuen Marinestützpunkt bei Emden konkretere Formen an. Zwischen den bisherigen Überlegungen zur Hafenentwicklung und den Anforderungen der Bündnisverteidigung dürfte es noch einiges abzustimmen geben. Fest steht zunächst: Der Rysumer Nacken rückt stärker in den Blick – und mit ihm ein Küstenstandort, der bisher vor allem durch seine weitgehend freie Fläche geprägt ist.

Für Hochbau und Hafenentwicklung bedeutet das eine Aufgabe mit großer Tragweite. Während Bremerhaven zur NATO-Drehscheibe ausgebaut werden soll, entsteht bei Emden die Aussicht auf eine zusätzliche militärische Infrastruktur. Die Nordseeküste wird damit Schritt für Schritt zu einem wichtigeren Teil der deutschen Verteidigungsplanung.