In Tangermünde in Sachsen-Anhalt hat der Bau der zweiten vollelektrischen Hadag-Fähre begonnen. Mit der Kiellegung ist der nächste Schritt für den Ausbau der Elektro-Flotte des Hamburger Fährbetreibers gemacht. Drei solcher Schiffe hat die Hadag erstmals bestellt; die Werft soll sie bis 2028 ausliefern.

Die Neubauten entstehen in Tangermünde bei Magdeburg und sind jeweils rund 30 Meter lang. Damit entsprechen sie in ihrer Größe den bisherigen Hafenfähren. An Bord ist Platz für bis zu 250 Fahrgäste – praktisch für den dichten Betrieb im Hamburger Hafen und auf der Elbe, wo die Hadag-Linien jährlich bis zu zehn Millionen Menschen nutzen.

Vom Diesel über Wasserstoff zum Akku

Beim Umstieg von Dieselantrieben hatte die Hadag zuvor auf Wasserstoff gesetzt. Inzwischen machen leistungsfähige Batterien den Verzicht auf die teurere Wasserstofftechnik möglich, wie Technik-Vorstand Martin Lobmeyer angibt. Zuletzt hatte die Hadag diesel-elektrische Hafenfähren in Dienst gestellt.

Die neuen vollelektrischen Fähren sollen bis zu zwölf Stunden fahren können. Ihre Batteriekapazität ist für den Liniendienst ausgelegt. Mit höchstens 12 Knoten, also 22 km/h, bleiben sie dabei auf dem Tempo-Niveau, das für den Fährverkehr im Hafen zählt – kein Rennboot, aber darum geht’s ja auch nicht.

Laden am Fischmarkt

Geladen werden die Schiffe an einer Hochspannungs-Ladestation der Hadag am Anleger St. Pauli Fischmarkt. Die Station soll noch in diesem Jahr in Betrieb gehen. Darüber hinaus plant das Unternehmen, die Ladeinfrastruktur perspektivisch auf weitere Hadag-Anleger auszuweiten. Künftig soll die Elektroflotte damit an allen Standorten geladen werden können.

Die Hadag-Flotte umfasst derzeit 28 Fähren, darunter drei Hybridfähren. Die neuen Schiffe werden an eigenen Ladesäulen des Unternehmens mit Energie versorgt. Der Auftrag bringt nicht nur neue Fähren nach Hamburg, sondern sichert auch zahlreiche Arbeitsplätze bei der Werft in Tangermünde.

Mehr elektrische Schiffe für den Hafen

Die Hadag gehört zum Hamburger Verkehrsverbund. Ihre Fähren verbinden die Anleger im Hamburger Hafen und entlang der Elbe – mitten im Alltag des Verkehrsverbunds, zwischen Pendlern, Ausflüglern und dem üblichen Hafenwind. Wenn die drei bestellten Schiffe bis 2028 ausgeliefert sind, bekommt dieser Betrieb Schritt für Schritt mehr elektrische Unterstützung.