Heute ist der 7.10.2026. Für Pendler im Fernverkehr wird der Weg zur Arbeit ab dem 21. Oktober spürbar günstiger: Die Deutsche Bahn senkt die Preise für Monatskarten und Schülermonatskarten ohne Abo um 25 Prozent. Gemeint sind vor allem Menschen, die regelmäßig längere Strecken mit ICE- und IC-Zügen fahren – morgens hin, abends zurück, immer dieselbe Strecke.

Gleichzeitig verschwinden die Streckenzeitkarten aus dem Abo-Modell. Sie sollen künftig ausschließlich ohne Abo erhältlich sein. Das klingt zunächst nach einer kleinen Änderung, kann im Alltag aber einen Unterschied machen: Wer im Urlaub ist oder eine Zeitlang nicht pendelt, kauft die Monatskarte nur für die tatsächlich benötigten Zeiträume. Kosten für ungenutzte Karten fallen damit weg.

Fernverkehr auf festen Strecken

Zu den häufig genutzten Pendlerverbindungen zählen laut Bahn Augsburg–München, München–Ingolstadt, Düsseldorf–Köln und Frankfurt–Mannheim. Die Strecken-Zeitkarte bleibt für alle interessant, die regelmäßig ICE, IC oder EC auf einer festen Route nutzen. Sie gilt für beliebig viele Fahrten auf der gebuchten Strecke und umfasst Fern- und Nahverkehrszüge. Der Preis richtet sich nach Entfernung und Wagenklasse.

Wer ein Monatskarten-Abo nutzt, zahlt den Preis von zehn Monatskarten, verteilt auf zwölf Raten – das entspricht etwa 17 Prozent weniger als beim Einzelkauf. Die Jahreskarte gegen Einmalzahlung kostet den Gegenwert von 9,5 Monatskarten und ist bei ganzjähriger Nutzung die günstigste Variante. Doch genau hier liegt der Haken für Menschen mit Pausen: Die neue Möglichkeit ohne Abo lässt sich besser an Urlaub, Homeoffice oder wechselnde Arbeitszeiten anpassen.

Die Karten sind persönlich, nicht übertragbar und mit Lichtbild. Samstags dürfen bis zu vier Mitreisende kostenlos dabei sein. Im Stadt- und Umlandbereich von Start- und Zielbahnhof ist in der Regel außerdem der City-Bereich eingeschlossen. Kaufen lassen sich Strecken-Zeitkarten über bahn.de, den DB Navigator und DB Reisezentren.

Die Bahn nennt daneben die BahnCard 100 und Mehrfahrtentickets als Angebote für Vielfahrer. Für gelegentliche Fernfahrten können DB-Sparpreise für ICE und IC ab 17,99 Euro eine Alternative sein. Wer lieber regional unterwegs ist, bekommt das Quer-durchs-Land-Ticket für einen Tag Nahverkehr deutschlandweit für 44 Euro; das Bayern-Ticket gilt einen Tag im Nahverkehr in Bayern ab 29 Euro.

Mehr Möglichkeiten für Gruppen und Familien

Auch bei Gruppenreisen soll künftig mehr online funktionieren. Dazu gehört die kostenlose und unverbindliche Reservierung des Gruppensparpreises für 14 Tage. Für Umtausch und Erstattung verlangt die Bahn ab dem 1. Oktober 2026 zehn Euro pro Person und Buchungsvorgang. Dafür wird die Stornierungsfrist bis einen Tag vor dem ersten Geltungstag verlängert. Das ist bei einer größeren Reisegruppe durchaus praktisch, wenn einer noch auf der Kippe steht.

Nach einem erfolgreichen Sommer führt die Bahn das Familienticket dauerhaft ein. Erhältlich ist es ab dem 26. Oktober 2026, der erste buchbare Reisetag ist der 1. November 2026.

Deutschlandticket bleibt Nahverkehrssache

Für reine Nahverkehrspendler ist das Deutschlandticket meist günstiger und flexibler. Es gilt seit Mai 2023 deutschlandweit und ist nicht an eine bestimmte Strecke gebunden. Seit 2026 kostet es 63 Euro im Monat; zuvor waren es bis Ende 2024 49 Euro und im Jahr 2025 58 Euro. Enthalten sind Regionalzüge der Typen RE, RB und IRE, S-Bahnen, U-Bahnen, Straßen- und Stadtbahnen, Linien- und Expressbusse sowie Fähren im regulären öffentlichen Nahverkehr.

ICE, IC und EC gehören nicht dazu, ebenso wenig Fernbusse, touristische Sonderverkehre oder der 1.-Klasse-Zuschlag im Nahverkehr. Wer im Regionalzug sitzt, braucht also kein zusätzliches Ticket, kann aber nicht einfach in den ICE umsteigen. Auf manchen Strecken sind Regionalzüge eine günstigere, meistens jedoch langsamere Alternative.

Das Ticket gibt es ausschließlich digital – als Chipkarte oder in einer App, Papierfahrscheine werden nicht angeboten. Kaufen können Fahrgäste es über den DB Navigator, bahn.de, Verkehrsverbünde wie VBB, MVV, RMV, VRS und HVV sowie weitere teilnehmende Verkehrsunternehmen. Bezahlt wird monatlich per SEPA-Lastschrift oder Kreditkarte.

Das Abonnement beginnt grundsätzlich am 1. eines Monats und ist ohne Mindestlaufzeit. Eine Kündigung zum Monatsende muss bis zum 10. des laufenden Monats eingehen; je nach Anbieter geht das per App, E-Mail, Kundenkonto oder schriftlich. Ein Einstieg während des Monats ist möglich, dann wird trotzdem der volle Monatsbetrag berechnet. Das Ticket gilt ab dem Kaufdatum bis zum Monatsende.

Studierende können bei teilnehmenden Hochschulen ein Semesterticket-Upgrade für 37,80 Euro monatlich erwerben. Voraussetzung ist, dass die Hochschule am Solidarmodell teilnimmt. Beim AStA oder Studierendenwerk nachzufragen, spart hier möglicherweise einiges an Sucherei. Ab 2027 soll der Preis jährlich anhand eines Indexes zur Kostenentwicklung im öffentlichen Nahverkehr angepasst werden; die erste konkrete Anpassung soll Ende 2026 berechnet werden.

BahnCards: Rabatt statt Fahrschein

Eine BahnCard ist kein Ticket, sondern eine Rabattkarte für den Fernverkehr. Die BahnCard 25 kostet nach den Angaben der DB 59,90 Euro pro Jahr in der 2. Klasse und bringt 25 Prozent Rabatt auf Flex- und Sparpreise. Die My BahnCard 25 für unter 27-Jährige gibt es ab 36,90 Euro. Die BahnCard 50 kostet 244 Euro pro Jahr, halbiert Flexpreise und reduziert Sparpreise um 25 Prozent. Für unter 27-Jährige beginnt die My BahnCard 50 bei 69,90 Euro.

Für 2026 nennt eine weitere Auswertung abweichende beziehungsweise ergänzende Preise: 62,90 Euro für die BahnCard 25, 39,90 Euro für die My BahnCard 25 und 40,90 Euro für die Senioren BahnCard 25 ab 65 Jahren. Die BahnCard 50 wird dort ebenfalls mit 244 Euro angegeben, mit einem Aktionspreis von 199 Euro bis zum 31.07.2026. Probe BahnCard 25 und Probe BahnCard 50 kosten 19,90 beziehungsweise 76,90 Euro für drei Monate.

Alle BahnCards gelten zwölf Monate und verlängern sich automatisch, wenn sie nicht spätestens sechs Wochen vor Ablauf gekündigt werden. Die Probe BahnCard endet nach drei Monaten nur bei rechtzeitiger Kündigung, sonst geht sie in ein Jahresabo über. Einen Rabatt auf Nahverkehrstickets innerhalb von Verkehrsverbünden gibt es mit BahnCard 25 oder 50 nicht. Und für jede Fahrt braucht man trotz Rabatt ein eigenes Ticket.

Die BahnCard 100 ist dagegen eine Jahres-Flatrate. Die DB nennt etwa 4.550 Euro pro Jahr, die Vergleichsauswertung für 2026 4.899 Euro in der 2. Klasse und 7.999 Euro in der 1. Klasse. Für unter 27-Jährige wird eine My BahnCard 100 für 3.199 Euro pro Jahr genannt. Enthalten sind die freie Nutzung aller DB-Züge deutschlandweit, also ICE, IC und Nahverkehr, außerdem City-Ticket und Lounge-Zugang. Auch das Deutschlandticket ist bereits enthalten.

Im Vergleich entspricht die BahnCard 100 laut einer Berechnung etwa 379 Euro monatlich, nach den 2026 genannten 4.899 Euro sind es im Jahresdurchschnitt 408,25 Euro. Der Deutschlandticket-Anteil von 756 Euro pro Jahr ist dabei eingerechnet; für den unbegrenzten Fernverkehr bleiben effektiv etwa 4.143 Euro. Als grobe Schwelle werden rund 38 Fernverkehrsfahrten pro Jahr oder etwa 5.000 Euro jährliche Ticketausgaben ohne BahnCard genannt. Zielgruppe sind vor allem Fernpendler mit vier bis fünf ICE-Tagen pro Woche und Menschen, die mehrmals wöchentlich kreuz und quer durch Deutschland fahren.

Welche Kombination passt?

Das Deutschlandticket kostet 63 Euro im Monat beziehungsweise 756 Euro im Jahr und deckt den deutschlandweiten Nahverkehr ab. Die BahnCard beginnt als Rabattkarte bei 62,90 Euro im Jahr. Beide Produkte können sich ergänzen: Das Deutschlandticket bringt Fahrgäste mit S-Bahn oder Regionalzug zum ICE-Bahnhof, die BahnCard senkt anschließend den Preis der Fernverkehrsfahrt. Je nach Strecke kann allein dieser Zubringer-Effekt 5 bis 15 Euro pro Fahrt ausmachen.

Für den täglichen Nahverkehr reicht meist das Deutschlandticket. Wer nur gelegentlich ICE fährt, kann einzelne Sparpreis-Tickets dazukaufen; eine Kombination aus Deutschlandticket und