Deutsche Bahn verlegt Raucherstele am Bahnhof Eckernförde nach Kritik an Passivrauch
Am Bahnhof Eckernförde steht die Raucherstele bislang direkt neben der Eingangstür, unter dem Bahnsteigdach. Wer auf den Zug wartet, bekommt den Rauch damit nicht nur aus der Ferne mit: Fahrgäste sind unmittelbar den Wolken und unfreiwilligem Passivrauch ausgesetzt. Nach deutlicher Kritik von Reisenden reagiert die Deutsche Bahn nun.
Der Raucherbereich soll am Dienstag, dem 29. September 2026, verlegt werden. Das berichtet Kerstin Stache in einem am 27. September 2026 um 17:20 Uhr veröffentlichten Artikel. Für Wartende dürfte das eine kleine, aber spürbare Änderung sein – weniger Rauch direkt an der Tür, weniger Ausweichen mit Tasche und Kaffeebecher.
Raucherbereiche: erlaubt, aber bitte nicht im Weg
Die gesetzlichen Regeln ziehen zunächst eine klare Linie: In Gebäuden und vollständig umschlossenen Räumen von Personenbahnhöfen der öffentlichen Eisenbahnen ist das Rauchen von Tabak- und Cannabisprodukten verboten. Das gilt ebenso für elektronische Zigaretten, erhitzte Tabakerzeugnisse und Geräte zur Verdampfung von Tabak- und Cannabisprodukten. Auch im öffentlichen Personenverkehr sowie in Einrichtungen des Bundes und Einrichtungen der Verfassungsorgane des Bundes gilt dieses Rauchverbot.
Ausgenommen sind Räume, die Wohn- oder Übernachtungszwecken dienen und Bewohnerinnen und Bewohnern zur alleinigen Nutzung überlassen sind. In Bahnhöfen und den genannten Einrichtungen können außerdem gesonderte, entsprechend gekennzeichnete Raucherräume eingerichtet werden, sofern insgesamt ausreichend Räume vorhanden sind. Für bestimmte Verkehrsmittel gilt diese Möglichkeit nicht. Die Bundesregierung darf per Rechtsverordnung nähere Vorgaben zu Größe, Lage, Gestaltung und Belüftung solcher Räume festlegen.
Auf Bahnsteigen entscheidet die Deutsche Bahn aufgrund ihres Hausrechts darüber, ob dort ein vollständiges Rauchverbot gilt oder ausgewiesene, gelb markierte Raucherbereiche bestehen. Nach Darstellung der Initiative Pro Rauchfrei halten sich viele Raucher nicht an diese Vorgaben. Genau deshalb sollten Raucherzonen – falls es sie gibt – nicht vor Zugtüren, an Fahrplantafeln, vor Snackautomaten, an Treppenaufgängen oder bei Aufzügen liegen. Also dort, wo ohnehin jeder vorbei muss.
Die Deutsche Bahn untersagt Cannabis auf dem gesamten Bahnhofsgelände. Für Tabak bleiben die Hausrechtsregelungen bestehen; aus Sicht der Initiatoren werden sie allerdings unzureichend umgesetzt. Wer entgegen dem gesetzlichen Rauchverbot raucht, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Eine Geldbuße ist möglich. Zuständig sind bei der Ausführung durch den Bund die obersten Bundesbehörden für ihren jeweiligen Geschäftsbereich; bei den Verfassungsorganen des Bundes sind es die jeweils zur Ausübung des Hausrechts Berechtigten. § 36 Absatz 3 des Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten gilt entsprechend.
Ein Aufruf, viele Bilder
Im Mai 2023 startete Pro Rauchfrei die Aktion „Rauchfrei zum Zug“. Mitglieder und Nichtmitglieder konnten Texte und Bilder von verrauchten Bahnhöfen einreichen. Zum Weltnichtrauchertag am 30. Mai 2023 veröffentlichte der Verein dafür die Domains „rauchfrei-zum-zug.de“ und „zug-um-zug-rauchfrei.de“. Die externe Website wird inzwischen auf die Homepage verlagert. Die bisherigen Forderungen, Kommentare und Bilder bleiben nach Angaben der Initiative erhalten.
Seit Mai 2023 dokumentieren Mitglieder alltägliches Rauchen an Bahnhöfen in ganz Deutschland. Zu sehen sind rauchende Fahrgäste vor Zügen, auf Bänken und unter Überdachungen, außerdem Personen an Treppenaufgängen, Fahrplantafeln, Abfallbehältern und Snackautomaten. Auf manchen Bildern liegen Raucherbereiche mitten auf dem Bahnsteig oder unmittelbar an Einstiegstellen. Hinzu kommen Zigarettenautomaten auf Bahnsteigen, Aschenbecher direkt vor Eingängen, rauchende DB-Mitarbeiter sowie beschädigte oder kaum beachtete Rauchverbotshinweise. Die abgebildeten Personen wurden zum Schutz ihrer Privatsphäre verpixelt.
Genannt werden unter anderem Aufnahmen aus Bamberg, München-Pasing, Plochingen, Tuttlingen, Siemenswerke München, Bietigheim-Bissingen, Bonn, Bonn-Siegburg, Deggendorf, Erfurt, Erlangen, Gotha, Göttingen, Hannover, Plattling, Villingen-Schwenningen, München, Nürnberg, Oberhausen, Regensburg und Stuttgart-Bad Cannstatt.
Die Berichte der Reisenden lesen sich ähnlich: Rauch auf Bahnsteigen, in Eingangsbereichen, unter Unterständen und direkt vor offenen Zug- und Bustüren. Auch rauchende Busfahrer bei Leerfahrten werden genannt, teilweise während Fahrgäste anwesend waren. Eine pendelnde Person zwischen Essen und Düsseldorf berichtet von täglicher Rauchbelastung und fehlenden Kontrollen durch DB oder Sicherheitspersonal. Eltern schreiben, sie könnten sich mit kleinen Kindern kaum bewegen, ohne Rauch ausgesetzt zu sein.
Am Bahnhof Bad Sooden-Allendorf werde regelmäßig geraucht, zudem lägen zahlreiche Zigarettenstummel auf dem Boden. Am Münchner Bahnsteig Hackerbrücke gebe es keinen Raucherbereich; dadurch verteilten sich Raucher über den gesamten Bahnsteig, während zusätzlich für Zigaretten geworben werde. Am Flughafen Düsseldorf sollen drei Bahnmitarbeiter in einem Treppenhaus geraucht haben. Für den Düsseldorfer Hauptbahnhof wird von flächendeckendem Rauch und zentral gelegenen Raucherbereichen berichtet.
Aus einer Münchner S-Bahn-Station heißt es, wenige, verblasste Rauchverbotsschilder seien jahrelang nicht erneuert worden. Laut Beschwerde habe die DB dies trotz Zusage nicht umgesetzt. Eine Person mit Allergie berichtet von einem Jugendlichen, der am 11. Oktober 2023 vor einem noch geöffneten Zug einen Verdampfer benutzte und den Dampf absichtlich in den Zug blies. Ein Asthmatiker beschreibt das Risiko eines schweren Erstickungsanfalls durch Zigarettenrauch.
Am Bahnhof Mannheim sollen Fußballfans trotz Rauchverbots geraucht haben. Eine angesprochene Gruppe von Bundespolizisten habe nicht eingegriffen. Weitere Berichte nennen Bahn- und Sicherheitspersonal, das Verstöße nicht anspreche oder selbst in verbotenen Bereichen rauche. Ein Reisender berichtet von etwa 30 bis 40 Rauchern auf einem Bahnsteig ohne ausgewiesenen Raucher- oder Nichtraucherbereich. Die Bahn habe auf die Polizei verwiesen, die Polizei auf das Hausrecht der Bahn; Bußgelder seien nicht verhängt worden.
In einer Beschwerde vom September 2023 wird ein Vorfall vom 22. September geschildert: Vor mehreren geöffneten Türen eines ICE von Würzburg nach Nürnberg rauchten Fahrgäste. Ein Zugbegleiter rauchte bei einer Gruppe mit. Auf den Hinweis eines Fahrgasts erklärte er, bei einem kurzen Halt keine Zeit für den Raucherbereich zu haben. Gefordert wurden eine Stellungnahme, mehr Sensibilisierung der Mitarbeiter und die Einhaltung der Rauchregeln – insbesondere an Zugtüren.
Sauberkeit, Kontrollen und Rücksicht
Zum Update vom 10. April 2025 gehört die Ankündigung der Deutschen Bahn, einen Frühjahrsputz an 700 Bahnhöfen bundesweit durchzuführen. Im Jahr 2025 sollten mehr als 100 Millionen Euro in die Sauberkeit der Bahnhöfe investiert werden. Die Initiatoren forderten außerdem ganzjährig mehr Präsenz und Maßnahmen gegen Verstöße gegen Rauchverbote. Ein Foto aus Ulm wurde am selben Tag eingesandt.
Pro Rauchfrei fordert regelmäßige Kontrollen, besser geschulte Mitarbeiter, Reaktionen auf Beschwerden und Strafen für das Rauchen auf Bahnsteigen. Noch weiter geht die Forderung nach der Schließung der Raucherbereiche und vollständig rauchfreien Bahnhöfen. Schon in der Presseinformation vom 30. Mai 2023 kritisierte der Verein, dass die DB zahlreiche Bahnhöfe als rauchfrei kennzeichne, in der Praxis aber häufig geraucht werde.
Beschwerden beträfen vor allem Raucherbereiche an Einstiegstellen, Rolltreppen und Aufzügen, Abfallbehältern, Wartebänken und Fahrplantafeln. Auch DB-Mitarbeiter würden laut Pro Rauchfrei teilweise in rauchfreien Zonen rauchen. Bei ungeplanten Halten gebe es Durchsagen zu Rauchpausen, ohne immer auf Raucherbereiche hinzuweisen. Der Verein stellt einen Zusammenhang zwischen der Durchsetzung von Regeln, Sicherheit und Sauberkeit her und verlangt echte rauchfreie Bahnhöfe, mehr Kontrollen und Präsenz, bessere Schulungen des Personals sowie Raucherbereiche nur an Orten, an denen andere Reisende nicht gestört werden.
Für Raucher lautet der Hinweis der Initiative: Rücksichtnahme gehört zum täglichen Miteinander. Nach Darstellung des Artikels gelangen etwa 25 Prozent des Zigarettenrauchs in den Körper des Rauchenden, 75 Prozent in die Umgebung. Passivrauchen kann gesundheitsschäd
