Die Zugfahrt auf der Donautalbahn von Ingolstadt nach Ulm ist derzeit häufig beeinträchtigt. Verbindungen fallen aus, zwischen Ingolstadt und Donauwörth sind wegen mehrerer Störungen Verspätungen von bis zu 20 Minuten und verpasste Anschlüsse möglich. Richtung Ulm ist die Strecke teilweise gesperrt; Fahrgäste müssen auf Busse umsteigen. Wer am Bahnsteig steht, schaut deshalb nicht selten erst einmal ratlos auf die Anzeige.

Das Bahnunternehmen Agilis, das Regionalzüge von Passau über Regensburg, Ingolstadt und Ulm betreibt, meldet zahlreiche Störungen. Bahnübergänge, Signale und Weichen sind betroffen, teilweise fallen ganze Stellwerke aus. Entlang der Strecke laufen Bauarbeiten, mit denen veraltete Anlagen beseitigt werden sollen. Der bereitgestellte Text des Bayerischen Rundfunks ist dagegen überwiegend binär beziehungsweise fehlerhaft kodiert; verlässliche Nachrichteninhalte, Fakten oder Daten lassen sich daraus nicht extrahieren.

Alte Stellwerke als neuralgischer Punkt

Agilis-Geschäftsführer Axel Hennighausen bezeichnet die Stellwerke als das zentrale Problem der kommenden Jahre. Bei der Umrüstung gebe es in allen Stellwerken erhebliche Schwierigkeiten. Sie steuern den Zugbetrieb und müssen vielerorts noch modernisiert werden – eine Arbeit, die nicht einfach nebenbei erledigt ist.

Im Netzbezirk Augsburg gibt es laut Deutscher Bahn 134 Stellwerke. Zwischen Meitingen und Mertingen befindet sich ein digitales Stellwerk modernster Technik. 57 Anlagen sind elektronische Stellwerke neuerer Bauart, 76 nutzen hingegen veraltete Technik und müssen aufwendig bedient werden. Gerade diese Mischung aus unterschiedlichen Generationen macht den Betrieb anfällig, wenn an einer Stelle etwas aus dem Takt gerät.

Für die Donautalbahn, die Riesbahn zwischen Donauwörth und Nördlingen sowie die Paartalbahn zwischen Augsburg, Aichach und Ingolstadt sind Umrüstungen auf elektronische Stellwerkstechnik vorgesehen. Einen übergreifenden Zeit- und Finanzierungsplan für die vollständige Erneuerung der Stellwerke im Netz Augsburg gibt es laut DB derzeit nicht.

Ein Gleis, viele Abhängigkeiten

Selbst modernisierte Stellwerke würden die Probleme der Donautalbahn nicht vollständig lösen. Die Strecke von Passau über Regensburg und Ingolstadt nach Ulm ist überwiegend eingleisig. Züge können sich nur an bestimmten Kreuzungsstellen begegnen. Auf der stark ausgelasteten Verbindung kann dadurch eine Verspätung die nächste nach sich ziehen – ein kleiner Zeitverlust, der sich im weiteren Verlauf ordentlich aufschaukelt.

Die Strecke ist außerdem eine wichtige Güterverkehrsroute. Genutzt wird sie unter anderem von Raffinerien, Audi sowie den Häfen in Regensburg und Kelheim. Nach Angaben von Agilis sind Güterzüge bis zu 700 Meter lang, während die Ausweichstellen nur für Züge bis 600 Meter ausgelegt sind. Das passt nicht recht zusammen, wenn lange Güterzüge und Regionalverkehr dieselbe knappe Infrastruktur brauchen.

Geplante Gleise, aber keine konkreten Aufträge

Zur Verbesserung des Güterverkehrs sollen Ausweichstellen und Gleisanlagen ausgebaut werden. In Rohrenfeld und Blindheim sind dritte Gleise mit einer Länge von 740 Metern vorgesehen. In Weichering soll ein drittes Gleis nutzbar gemacht werden. Weitere Maßnahmen sind in den Bahnhöfen Donauwörth, Burgheim und Gundelfingen geplant.

Für diese Vorhaben gibt es laut DB Infrago derzeit jedoch keine konkreten Planungsaktivitäten. Nach Angaben der DB fehlen bislang entsprechende Aufträge des Bundes oder des Freistaats Bayern. Bisher liegt lediglich der Abschlussbericht zum Deutschlandtakt vom 1. September 2022 vor, in dem die Maßnahmen beschrieben werden.

Am 27.09.2026 bleibt damit vieles zwischen Bauarbeiten, Störungsmeldungen und geplanten Ausbauschritten hängen. Auf dem Papier stehen längere Ausweichgleise und elektronische Stellwerke, auf der Strecke zählen für Reisende zunächst aber ausgefallene Verbindungen, Busse und die bange Frage, ob der Anschluss in Donauwörth noch wartet.