Am 1. Oktober 2026 sorgt das Deutschlandticket erneut für Unruhe. Ab Anfang 2027 soll der monatliche Preis nach übereinstimmenden Berichten mehrerer deutscher Medien um knapp vier Euro auf 66,90 Euro steigen. Für viele Pendlerinnen und Pendler ist das keine Kleinigkeit, sondern der nächste Griff ins ohnehin gespannte Monatsbudget.

Es wäre bereits die vierte Preiserhöhung seit der Einführung des Tickets im Jahr 2023. Damals gestartet, würde sich der Preis damit insgesamt um 37 Prozent erhöhen. Laut dem vorliegenden Bericht wäre das in diesem Zeitraum der stärkste Preisanstieg eines Bus- oder Bahnabos in Europa – eine Zahl, die erst einmal im Raum stehen bleibt.

Fast 15 Millionen Menschen betroffen

Knapp 15 Millionen Abonnentinnen und Abonnenten nutzen das Deutschlandticket. Sie fahren damit im öffentlichen Nahverkehr durch Deutschland, zur Arbeit, zur Ausbildung oder einfach quer durch die Stadt. Wenn der Preis steigt, spüren das entsprechend viele Haushalte direkt – jeden Monat, nicht irgendwann auf einer Jahresabrechnung.

Greenpeace-Mobilitätsexpertin Marissa Reiserer kritisiert die geplante Erhöhung deutlich. Ihrer Einschätzung nach ist es ein falsches Signal, wenn das Ticket teurer wird und gleichzeitig Kraftstoff subventioniert wird. Nach ihren Angaben sind die Preise für Benzin und das Deutschlandticket seit Mai 2023 nahezu gleich stark gestiegen.

Die Sorge vor dem falschen Anreiz

Höhere Ticketpreise könnten Menschen davon abhalten, auf Bus und Bahn umzusteigen, erklärt Reiserer. Gerade wer jeden Euro zweimal umdrehen müsse, rechne nach: Monatskarte oder Auto, Umstieg oder doch wieder der eigene Wagen. Das ist keine theoretische Debatte, sondern eine Entscheidung am Küchentisch – manchmal mit Taschenrechner, meistens mit einem ziemlich mulmigen Gefühl.

Das Deutschlandticket senkt nach den Angaben im Bericht den Ölverbrauch. Zugleich könne es zur Unabhängigkeit Deutschlands und zum Klimaschutz beitragen. Reiserer fordert deshalb, das Ticket bezahlbar zu halten und ein Sozialticket einzuführen. Damit könnten Menschen mit Unterstützungsbedarf gezielt entlastet werden, statt alle Nutzerinnen und Nutzer über denselben Preis zu erreichen.

Preisfrage mit Folgen für den Nahverkehr

Für den öffentlichen Verkehr bedeutet die geplante Erhöhung mehr als eine neue Zahl auf dem Kontoauszug. Das Deutschlandticket ist inzwischen für knapp 15 Millionen Menschen Teil des Alltags. Steigt der Preis weiter, könnte sich die Frage nach seiner sozialen Reichweite neu stellen: Wer bleibt dabei, wer kündigt – und wer steigt gar nicht erst ein?

Die Entscheidung betrifft damit auch die Verkehrswende. Ein Ticket, das Bus und Bahn attraktiver machen soll, muss für die Menschen erreichbar bleiben, die auf den Nahverkehr angewiesen sind. Zwischen steigenden Kosten, der Unterstützung von Kraftstoff und dem Wunsch nach weniger Ölverbrauch liegt derzeit ein ziemlich enger Spagat. Und der nächste Preisaufschlag wäre ab Anfang 2027 spürbar.