Für Frühpendler zwischen München und Mühldorf gibt es seit heute, dem 28. September 2026, wieder eine kleine, aber wichtige Änderung: Der Regionalexpress RE 27002 hält morgens kurz vor 7 Uhr in Dorfen. Nach Angaben der DB-Fahrplanauskunft kommt der Zug um 6.49 Uhr an. Der zusätzliche Halt soll vor allem jene Pendler unterstützen, die nach München wollen und zuletzt vor einer größeren Fahrplanlücke standen.

Der Halt war zuvor gestrichen worden. Hintergrund war der seit 14. September geltende Interimsfahrplan, mit dem die Deutsche Bahn den störanfälligen Zugverkehr zwischen Mühldorf und München stabilisieren wollte. Wegen mehrerer Langsamfahrstellen verlängerte DB InfraGO die Fahrzeiten; einzelne Züge fielen morgens und nachmittags im Berufsverkehr aus. Bürgermeister von 17 Gemeinden entlang der Strecke kritisierten die Einschränkungen in einem Brandbrief und forderten kurzfristige Lösungen.

Dorfen zunächst nur auf Probe

Der angepasste Fahrplan bleibt grundsätzlich bestehen. Der Halt in Dorfen wurde lediglich teilweise in den Interimsfahrplan aufgenommen und wird zunächst testweise angeboten. Die Südostbayernbahn prüfte die Wiedereinführung nach Einführung des Ersatzfahrplans intensiv. Der RE 27002 fährt mit sechs Doppelstockwagen.

Wichtig für Fahrgäste: In der Fahrplanauskunft erscheint der Halt jeweils erst drei Tage im Voraus. Wer morgens auf den Zug angewiesen ist, sollte seine Verbindung also vorher prüfen – ein kleiner Handgriff, der im Pendleralltag trotzdem gern untergeht. Für eine dauerhafte Fahrplanänderung wären laut DB mehrere Wochen Vorlauf nötig.

Weitere zusätzliche Halte, etwa in Ampfing, sind derzeit nicht geplant. Nach Einschätzung der Deutschen Bahn könnten sie die Wirkung des neu berechneten Fahrplans, die Stabilisierung der Pünktlichkeit und damit die Verlässlichkeit des Interimsfahrplans beeinträchtigen. Unter den aktuellen infrastrukturellen Bedingungen seien zusätzliche Halte nicht möglich.

Baustellen quer durch Bayern

Auch auf anderen Strecken bleibt der Bahnverkehr unruhig. Zwischen Murnau und Oberammergau sind die Gleise gesperrt; die DB-Infrastruktursparte Infrago konnte zunächst kein Ende der Störung prognostizieren. Zwischen Neustadt an der Aisch und Steinach fahren die Züge wieder, einzelne Abschnitte werden aber mit reduzierter Geschwindigkeit befahren. Auf der RB 81 sind weiterhin Verspätungen zu erwarten.

Wegen Bauarbeiten zwischen Buchloe und München entfallen vom 5. bis 12. Oktober Züge der Linien RB 74 und RE 70. Vom 9. November bis 12. Dezember wird außerdem die Strecke Gemünden–Aschaffenburg gesperrt. Rund 40 Kilometer Gleise und mehr als 500 Schwellen sollen erneuert werden, dazu kommt die Sanierung des Tunnels zwischen Heigenbrücken und Laufach. Während der Arbeiten fahren dort keine Züge; Busse übernehmen den Ersatzverkehr, der Fernverkehr wird umgeleitet.

Plattling ist seit gut einer Woche wieder per Bahn von München und Landshut aus erreichbar. Der RE 3 fährt stündlich, am Montag gab es auf der Strecke wegen Reparaturarbeiten dennoch Beeinträchtigungen. Passau ist weiterhin nur per Straße erreichbar. Dort läuft die dritte und letzte Bauphase zur Sanierung der Gleise, die planmäßig am 12. Dezember enden soll.

Zwischen München und Mühldorf dauern die Bauarbeiten voraussichtlich bis zum 23. Dezember. Bis dahin sollen bestehende Langsamfahrstellen beseitigt werden. Nach den aktuellen Planungen könnten die Züge der Südostbayernbahn ab 24. Dezember 2026 wieder nach dem regulären Fahrplan fahren – etwa sechs Wochen früher als ursprünglich vorgesehen. Ob das klappt, hängt im Winter allerdings stark von der Witterung und vom Baufortschritt ab. Schnee, Frost und nasse Baustellen kennen keinen Fahrplan.

Das Pünktlichkeitsproblem reicht tiefer

Die Schwierigkeiten auf der Strecke sind kein Einzelfall. Regionalzüge und S-Bahnen in Bayern waren 2025 so unpünktlich wie seit der Bahnreform nicht mehr. Laut Jahresstatistik der Bayerischen Eisenbahngesellschaft erreichten nur 84,9 Prozent der Züge ihr Ziel pünktlich – ein neuer Tiefstwert. Die Ausfallquote lag bei 6,9 Prozent und verbesserte sich damit leicht gegenüber dem Vorjahr. Trotzdem fiel fast jeder 14. Zug vollständig aus.

Rund 100 Langsamfahrstellen wegen Gleismängeln beeinträchtigten den Bahnverkehr im Freistaat. Die Geschwindigkeitsbeschränkungen verursachten Verspätungen, die sich über das gesamte Streckennetz ausbreiteten. Besonders stark betroffen war Ostbayern; als Gründe gelten ältere Streckenabschnitte und ein jahrzehntelanger Sanierungsstau.

Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) räumte das schlechte Ergebnis ein und forderte schnellere Fortschritte bei der Modernisierung der Infrastruktur. Sanierungsprogramme der Deutschen Bahn laufen, wirken aber nicht sofort. Baustellen können kurzfristig sogar zusätzliche Verspätungen verursachen – für Menschen am Bahnsteig ist das freilich ein schwacher Trost.

Die Folgen landen nicht nur auf der Anzeigetafel. Unternehmen verlieren Arbeitszeit, wenn Pendlerverbindungen unzuverlässig sind. Regionen mit schlechter Bahnanbindung haben Nachteile bei der Gewinnung von Fachkräften, und manche Pendler steigen wieder ins Auto. Die Bayerische Eisenbahngesellschaft vergibt zwar die Nahverkehrsleistungen an verschiedene Betreiber. Für den Zustand des Schienennetzes ist jedoch die Deutsche Bahn zuständig; die Betreiber der Regionalzüge haben auf die Gleisinfrastruktur keinen direkten Einfluss.

Eine grundlegende Verbesserung der Pünktlichkeit wird deshalb erst nach einer mehrjährigen Sanierung des Netzes erwartet. Bis dahin bleibt der zusätzliche Halt in Dorfen ein vorsichtiger Schritt: heute wieder da, morgen sichtbar, übermorgen vielleicht – je nachdem, was die Fahrplanauskunft sagt.