Wer in Elmshorn durch die Bahnunterführung an der Geschwister-Scholl-Straße fährt, muss sich ab dem 12. Oktober auf eine komplette Sperrung einstellen. Schon jetzt verengen Warnbaken die Durchfahrt und bremsen den Verkehr in dem Tunnel aus. Ab dem genannten Datum ist dann endgültig Schluss – die Unterführung wird vollständig geschlossen.

Die Maßnahme erfolgt planmäßig im Zusammenhang mit Bauarbeiten der Deutschen Bahn. Was dort genau gemacht wird und wie lange die Sperrung dauert, geht aus den vorliegenden Angaben allerdings nicht hervor. Für Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger heißt das zunächst vor allem: eine wichtige Querung fällt weg, Umwege werden nötig.

Elmshorn ist Teil eines größeren Baugeschehens

Die Arbeiten an der Geschwister-Scholl-Straße stehen in einem Jahr, in dem die Deutsche Bahn ihr Netz bundesweit modernisiert. Das bringt vielerorts Großbaustellen, Streckensperrungen und Fahrplanänderungen mit sich. Bis 2036 sollen mehr als 40 wichtige Teilstrecken monatelang gesperrt und grundlegend saniert werden. Die Generalsanierung dauert nach derzeitiger Einschätzung mindestens fünf Jahre länger als ursprünglich geplant; weitere Verzögerungen sind möglich.

Auch im Fernverkehr ist der Kalender für 2026 dicht. Am Knoten Dresden wird vom 9. Februar bis 6. November ein Kreuzungsbauwerk am Dresdner Hauptbahnhof neu gebaut. IC-Züge von und nach Chemnitz werden zwischen Dresden-Neustadt und Freiberg umgeleitet, der Halt in Dresden Hbf entfällt.

In Berlin laufen die Arbeiten vom 14. Juni bis 12. Dezember in zwei Phasen: zunächst vom 14. Juni bis 1. Oktober, anschließend vom 2. Oktober bis 12. Dezember. Fernzüge halten am Berliner Hauptbahnhof unterirdisch statt oberirdisch, einzelne ICE-Verbindungen fallen aus. In der ersten Phase fahren mindestens stündliche ICE zwischen Berlin und NRW sowie zwischen Berlin und Frankfurt über Kassel, jeweils ohne Halt am Ostbahnhof. Züge nach Polen verkehren weiterhin alle zwei Stunden, halten aber nicht am Haupt- und Ostbahnhof, sondern in Berlin-Gesundbrunnen. In der zweiten Phase werden ICE zwischen NRW und Berlin zwischen Hannover und Berlin über Braunschweig umgeleitet. Das verlängert die Fahrzeit um 60 bis 80 Minuten; Berlin-Spandau und Ostbahnhof entfallen als Halte. Direkte ICE über Kassel nach Frankfurt fallen weg, dafür fahren mindestens stündliche Züge über Erfurt.

Viele Strecken, viele Umwege

Vom 14. Juni bis 13. Dezember wird die Strecke Regensburg–Passau generalsaniert. Zwischen Regensburg, Passau und Wels verkehren keine Fernverkehrszüge. Die Halte Passau, Plattling und Straubing entfallen vollständig, in Regensburg gibt es nur ein eingeschränktes Angebot. Umleitungen führen über Salzburg, Simbach am Inn und Mühldorf. Zahlreiche Züge zwischen Nürnberg beziehungsweise Regensburg und Wien fallen aus. Ersatzbusse mit Reservierungspflicht fahren bis 31. Juli zwischen Passau und Nürnberg, ab 1. August zwischen Passau und Regensburg. Das Angebot zwischen München und Wien über Salzburg und Simbach wird ausgeweitet, Züge zwischen München und Nürnberg beziehungsweise Wien brauchen bis zu 15 Minuten länger.

Zwischen Troisdorf und Wiesbaden werden vom 10. Juli bis 12. Dezember Gleise, Weichen, Oberleitungen, Brücken und Bahnhöfe erneuert. Güterzüge werden unter anderem über die linke Rheinstrecke umgeleitet. Zwischen Köln, Bonn, Koblenz und Mainz fährt nur noch ein ICE je Richtung und Stunde; einzelne Fernzüge fallen aus. Remagen und Andernach werden nur noch vereinzelt angefahren.

Brückenarbeiten am Knoten Erfurt vom 31. Juli bis 30. September reduzieren das Fernverkehrsangebot zwischen Berlin, Erfurt, Nürnberg, Augsburg und München. Auf der Strecke Berlin–Erfurt–Nürnberg–München fahren etwa drei Viertel der regulären Züge, pro Richtung verkehren drei Züge innerhalb von zwei Stunden. Die ICE-Linie 18 fährt nur zwischen Hamburg-Altona und Berlin. Büchen, Ludwigslust und Wittenberge werden ersatzweise alle zwei Stunden von anderen Fernzügen bedient. Zwischen Nürnberg und München fahren Ersatzzüge mit Halten in Donauwörth, Augsburg und München-Pasing. Wer nach Berlin will, muss womöglich zusätzlich in Nürnberg umsteigen.

Vom 4. bis 30. September sorgen Arbeiten an der Leit- und Sicherungstechnik zwischen Magdeburg und Berlin für Umleitungen und Teilausfälle. Bei mehreren ICE- und IC-Verbindungen entfallen Halte in Brandenburg, Potsdam und Berlin-Wannsee, teilweise auch in Magdeburg, Braunschweig und Berlin-Charlottenburg. IC-Züge von und nach Norddeich Mole werden zunächst über Stendal und Berlin-Spandau umgeleitet, die Fahrzeit verlängert sich um etwa 25 Minuten. Ab 19. beziehungsweise 20. September beginnen oder enden einzelne IC-Züge bereits in Magdeburg. Das ICE-Zugpaar Berlin–Köln wird überwiegend zwischen Potsdam und Braunschweig umgeleitet.

Auf der Strecke Hannover–Göttingen führen Weichen- und Oberleitungsarbeiten vom 7. bis 26. September zu Ausfällen. Die ICE-Linien 3 und 4 entfallen auf dem gesamten Laufweg. Zwischen Hamburg beziehungsweise Hannover und Frankfurt oder München bestehen weiterhin mindestens stündliche Verbindungen. Auf der Strecke Kassel–Gießen–Frankfurt fahren nur einzelne Fernzüge. Die ICE-Linie 26 ist nur zwischen Bremen und Hannover unterwegs; dadurch entfallen unter anderem die Halte in Göttingen, Kassel-Wilhelmshöhe, Marburg, Gießen, Frankfurt, Darmstadt, Heidelberg und Karlsruhe.

Der Herbst wird auf der Schiene nicht ruhiger

Gleis- und Brückenarbeiten zwischen Stralsund und Berlin sind vom 11. September bis 2. Oktober angesetzt. Die ICE-Linie 15 wird vom 14. bis 19. September zwischen Stralsund und Berlin umgeleitet. Eberswalde, Prenzlau, Anklam, Züssow und Greifswald verlieren ihre Halte, Ersatzhalt ist Neustrelitz. Auch am 11. September sowie vom 20. September bis 2. Oktober werden einzelne ICE umgeleitet. In Greifswald ist das Zugangebot insgesamt reduziert.

Wegen Arbeiten an Bahnsteigen entfallen vom 21. September bis 12. Dezember die IC-Züge der Linie 51 zwischen Köln und Gera auf dem gesamten Laufweg. Die ICE-Züge der Linie 51 zwischen Köln und Leipzig fahren dagegen weiterhin ohne Einschränkungen.

Vom 2. Oktober bis 12. Dezember wird außerdem zwischen Hannover und Berlin an Gleisen, Oberleitungen sowie an der Leit- und Sicherungstechnik gearbeitet. In Wolfsburg entfallen alle Fernverkehrshalte. Auch in Stendal, Helmstedt, Hildesheim, Köthen, Bremen und Berlin-Ostbahnhof wird das Angebot reduziert. ICE zwischen NRW, Hannover und Berlin fahren mindestens stündlich, brauchen aber 60 bis 80 Minuten länger. Zwischen Amsterdam und Berlin verkehren ICE nur alle vier Stunden, die Fahrzeit verlängert sich um etwa 70 Minuten. Umleitungen führen unter anderem über Braunschweig, Magdeburg, Potsdam, Wittenberge und Ludwigslust. Direkte ICE Frankfurt–Kassel–Berlin fallen aus, das Angebot über Erfurt wird ausgebaut. IC-Züge zwischen Hannover und Leipzig fahren nur noch alle zwei Stunden.

Vom 9. bis 30. Oktober stehen Brückenarbeiten zwischen Duisburg/Essen und Oberhausen an. Sie verursachen Umleitungen, längere Fahrzeiten sowie Halt- und Teilausfälle. In Oberhausen entfallen alle Fernverkehrshalte, in Duisburg halten nur einzelne Fernzüge. Essen und Bochum verlieren zahlreiche Direktverbindungen. Zwischen Essen, Bochum, Dortmund und Berlin fahren weiterhin stündliche ICE, zwischen Köln beziehungsweise Düsseldorf und Berlin mindestens alle zwei Stunden. Zwischen Köln beziehungsweise Dortmund und Hamburg bleibt ein stündliches Angebot bestehen. Fahrten Richtung Süddeutschland sind weiter möglich, häufig ist jedoch ein Umstieg in Dortmund nötig. Je nach Verbindung verlängert sich die Fahrzeit um bis zu 30 Minuten. Ersatzhalte gibt es unter anderem in Wuppertal, Hagen, Gelsenkirchen und Herne-Wanne-Eickel.

Ab 30. Oktober bis 12. Dezember wird die Strecke Nürnberg–München erneuert. Zwischen beiden Städten fahren maximal zwei Züge pro Stunde, die Fahrzeit verlängert sich um etwa 30 Minuten. Ingolstadt und München Hbf werden von weniger Zügen bedient. Zusätzliche Einschränkungen entstehen durch die Generalsanierung Nürnberg–Regensburg; teilweise wird über Ingolstadt umgeleitet.

Vom 9. bis 16. November wird die Strecke Oberhausen–Arnheim auf drei Gleise ausgebaut. Die ICE-Linie 78 fährt zwischen Köln und Utrecht eine Umleitung, die