Wer an diesem Wochenende mit dem Zug zwischen Berlin und Cottbus unterwegs ist, braucht etwas Geduld. Auf der Bahnstrecke kommt es zu Zugausfällen, Umleitungen und längeren Fahrzeiten. Zwischen Cottbus und Lübbenau ist der Zugverkehr seit Samstag, 4:00 Uhr, teilweise unterbrochen. Die Einschränkungen sollen bis Montag, 00:30 Uhr, dauern.

Betroffen sind die Regionalexpresslinien RE2, RE7 und RE20. Anlass sind vorbereitende Arbeiten für den zweigleisigen Ausbau der Strecke. Für Reisende bedeutet das: Fahrpläne prüfen, Umwege einkalkulieren und beim Umstieg lieber nicht auf die allerletzte Minute setzen.

Änderungen bei RE2, RE7 und RE20

Beim RE2 gibt es Änderungen nur am Sonntag. Mehrere Züge fallen zwischen Brand, Lübbenau und Cottbus aus. Ersatzbusse verkehren zwischen Brand und Lübbenau sowie zwischen Lübbenau und Cottbus.

Der RE7 ist an beiden Tagen betroffen. Mehrere Verbindungen fallen zwischen Lübbenau und Calau aus, für sie fahren Ersatzbusse. Einzelne RE20-Züge werden über Calau und Blankenfelde umgeleitet.

Die Bahn weist darauf hin, dass die Ersatzbusse zu abweichenden Abfahrts- und Ankunftszeiten unterwegs sind. Außerdem liegen die Bushaltestellen teilweise nicht direkt an den Bahnhöfen. Das kann mit Gepäck schnell lästig werden – und wer schon einmal mit einem Kinderwagen einem unbekannten Haltepunkt hinterhergelaufen ist, weiß, wie knapp sich ein Umstieg anfühlen kann.

Fahrräder, Rollstühle und Kinderwagen können nur eingeschränkt mitgenommen werden. Fahrräder haben Nachrang. Die aktuellen Fahrpläne sind auf bahn.de sowie in den Apps „DB Navigator“ und „Bus&Bahn“ verfügbar.

Vorbereitung für ein zweites Gleis

Die Arbeiten betreffen den 29 Kilometer langen Abschnitt der Görlitzer Bahn. Der zweigleisige Ausbau soll die Voraussetzungen für einen Halbstundentakt zwischen Berlin und Cottbus schaffen. Das zweite Gleis soll Ende 2027 in Betrieb gehen.

Finanziert wird das Projekt aus Mitteln des Investitionsgesetzes Kohleregionen zur Förderung des Strukturwandels in der Lausitz. Für die Fahrgäste ist das im Moment vor allem Baustellenalltag: Busse statt Züge, längere Wege, veränderte Zeiten. Der größere Plan reicht aber deutlich weiter als dieses Wochenende.

Teil eines größeren Lausitzer Bahnausbaus

Der Ausbau Lübbenau–Cottbus ist Teil der Initiative i2030. Berlin und Brandenburg setzen sie gemeinsam mit der Deutschen Bahn und dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) um. Geplant ist ein schrittweiser Ausbau der Schieneninfrastruktur in acht Ausbaukorridoren, ergänzt durch zusätzliche Maßnahmen für das S-Bahn-Netz.

Ziel sind ein leistungsfähiger öffentlicher Personennahverkehr und bessere Bedingungen für den wachsenden Wohn- und Wirtschaftsstandort. Dafür sollen Netz und Kapazitäten erweitert und Engpässe im Nah-, Fern- und Güterverkehr beseitigt werden.

Das Investitionsgesetz Kohleregionen und i2030 ergänzen sich dabei. Mehrere InvKG-Projekte beseitigen Engpässe, die auch im Rahmen von i2030 als dringend eingestuft wurden. Dazu gehören neben dem zweigleisigen Ausbau der Strecke Lübbenau–Cottbus auch der Ausbau und die Entflechtung des Bahnhofs Königs Wusterhausen.

Durch die Finanzierung von Planungsleistungen konnten die Vorhaben weiter vorangetrieben werden: Für Lübbenau–Cottbus liegen die Leistungsphasen 1 bis 4 vor, ebenso für den Nordkopf des Bahnhofs Königs Wusterhausen. Für den Südkopf wurden die Leistungsphasen 1 und 2 finanziert.

Die Projekte befinden sich inzwischen in einem fortgeschrittenen Planungsstand und können in die bauliche Umsetzung übergehen. Erste Teilprojekte sind bereits baureif, weitere Genehmigungen sollen folgen. Schritt für Schritt soll so ein belastbares Schienennetz entstehen – an diesem Wochenende allerdings zunächst mit Ersatzbussen, Umleitungen und ordentlich Extra-Zeit im Gepäck.