Berlin bekommt im Bahnverkehr mehr Flixtrain. Zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2026 will das Unternehmen sein Angebot ab der Hauptstadt um rund 20 Prozent erweitern. Tickets für den neuen Fahrplan sind ab dem 14. Oktober buchbar. Für Reisende klingt das zunächst nach mehr Auswahl, weniger Warten und – zumindest auf einigen Strecken – kürzeren Fahrzeiten.

Zwischen Berlin und Hamburg sollen künftig bis zu 20 statt bisher 14 Verbindungen täglich fahren. An stark nachgefragten Tagen ist sogar ein Stundentakt geplant. Die Fahrzeit soll erstmals auf 1 Stunde 50 Minuten sinken. Auch eine neue Direktverbindung nach Bremen ist vorgesehen, mit bis zu zehn Fahrten am Tag. Nach Frankfurt am Main soll es bis zu sechs tägliche Verbindungen geben, zu Spitzenzeiten im Zwei-Stunden-Takt.

Mehr Züge Richtung Westen und Norden

Deutlich wächst auch das Angebot zwischen Berlin und Köln: bis zu 16 statt bisher sechs Fahrten täglich sind angekündigt. Berlin–Düsseldorf, Berlin–Essen und Berlin–Duisburg sollen ebenfalls bis zu 16 Verbindungen täglich nach Berlin erhalten. Auf der Strecke Köln–Hamburg steigt die Zahl von bisher vier auf bis zu zehn Züge pro Tag.

Flixtrain verspricht auf mehreren Verbindungen kürzere Reisezeiten. Einige Fahrten sollen damit schneller sein als vergleichbare ICE-Verbindungen der Deutschen Bahn. Dafür will das Unternehmen modernisierte Züge und zusätzliche Kapazitäten einsetzen. Ob das im Alltag immer so glatt läuft, wird sich zeigen: Flixtrain weist selbst darauf hin, dass auch bei seinen Zügen Verspätungen und Ausfälle vorkommen können. Baustellen und Infrastrukturprobleme treffen private Anbieter ebenso wie die Deutsche Bahn.

Der Ausbau passt zu einem Netz, das laut Fahrplanübersicht 2026 vier Hauptlinien umfasst und über 50 Städte in Deutschland verbindet. Die FLX10 führt von Berlin über Halle, Erfurt, Gotha, Eisenach, Bad Hersfeld, Fulda, Frankfurt, Darmstadt, Weinheim, Mannheim, Heidelberg, Wiesloch-Walldorf, Stuttgart, Karlsruhe, Baden-Baden, Offenburg, Freiburg und Müllheim nach Basel. Preise beginnen dort ab 9,99 Euro.

Die FLX20 verbindet Köln, Düsseldorf, Duisburg, Essen, Bochum, Dortmund, Recklinghausen, Gelsenkirchen, Münster, Osnabrück, Bremen und Hamburg, ebenfalls ab 9,99 Euro. Auf der FLX30 liegen Aachen, Köln, Neuss, Düsseldorf, Duisburg, Essen, Bochum, Dortmund, Hamm, Gütersloh, Bielefeld, Herford, Hannover, Stendal, Berlin, Elsterwerda und Dresden. Die FLX35 fährt von Hamburg über Berlin nach Leipzig; hier starten die Preise ab 4,99 Euro.

Darüber hinaus bindet Flixtrain München an, unter anderem über Augsburg Richtung Frankfurt sowie über Berlin in den Norden. Einzelne Bayern-Verbindungen verkehren nicht täglich. Mit eigenen Halten und Regionalzug-Kooperationen kommt das Netz laut Artikel auf über 1.000 Halte in Deutschland. Direkt bedient werden unter anderem Hamburg, Bremen, Hannover, Köln, Düsseldorf, Dortmund, Aachen, Frankfurt, Mannheim, Erfurt, Stuttgart, Freiburg, München, Augsburg, Berlin, Leipzig und Dresden.

Neue Züge, alter Fahrdraht

Beim Fahrzeugpark setzt Flixtrain auf Wachstum. Beim spanischen Hersteller Talgo sind 65 Hochgeschwindigkeitszüge für bis zu 230 km/h bestellt. Die ersten Talgo-Züge sollen 2028 geliefert werden; langfristig soll sich die Flotte damit verdoppeln. Bereits jetzt werden ehemalige DB-Wagen zur Baureihe „Flixtrain Comfort“ umgebaut. Durchgehende Klimatisierung gehört dazu, ebenso Beinfreiheit auf dem Niveau der ersten Klasse der Deutschen Bahn sowie Großraum- und Abteilwagen.

WLAN und eine Sitzplatzgarantie sollen weiterhin ohne Aufpreis enthalten sein. Die Strecke Hamburg–Köln wurde bereits auf Comfort-Züge umgestellt, weitere Linien sollen in den kommenden Monaten folgen. Zur Ausstattung gehören in modernisierten Wagen außerdem Filme, Serien und Musik über das Bordsystem sowie Steckdosen am Platz. Snacks und Getränke gibt es ebenfalls. Eine einheitliche Komfortklasse ersetzt die klassische 1. Klasse.

Ein Standardsitzplatz ist in jedem Ticket enthalten. Wer lieber am Fenster, an einem Tisch oder mit mehr Beinfreiheit sitzt, zahlt für den Wunschplatz ab 1,99 Euro Aufpreis. Handgepäck und ein größeres Gepäckstück reisen kostenlos mit. Fahrräder können gegen Aufpreis und bei begrenzter Stellplatzkapazität mitgenommen werden. Kleine Hunde fahren kostenlos, größere Hunde mit Ticket; auf dem Sitzplatz dürfen Hunde nicht sitzen.

Die tagesaktuellen Verbindungen stehen auf flixtrain.de. Das Abfahrtsgleis wird dort nicht angezeigt – dafür empfiehlt der Betreiber den DB Navigator oder die Anzeigen im Bahnhof. Einzelne Nacht- und Spätverbindungen gibt es, Schlaf- oder Liegewagen allerdings nicht. Flixtrain fährt ausschließlich innerhalb Deutschlands; internationale Fahrten nach Österreich oder in die Schweiz werden nicht angeboten.

Günstig, aber nicht grenzenlos flexibel

Aktionspreise beginnen bei 3,99 Euro, Kurzstrecken bei 4,99 Euro und Standard-Langstrecken bei 9,99 Euro. Die Kontingente sind begrenzt, frühes Buchen lohnt sich meistens. Dienstag und Mittwoch sind häufig günstiger, Freitag- und Sonntagabende eher teurer. Im Winterfahrplan 2025/26 kamen unter anderem neue Direktverbindungen von Hamburg nach Stuttgart, Frankfurt, Erfurt und Halle hinzu.

Gebucht wird auf flixtrain.de oder in der FlixBus-&-FlixTrain-App, in der Regel bis zu 180 Tage im Voraus. Bezahlt werden kann unter anderem per PayPal, Kreditkarte und Apple Pay. Das Ticket kommt per E-Mail und in der App als QR-Code; ein Ausdruck ist nicht erforderlich. Verspätungen landen per App-Push oder SMS auf dem Handy und lassen sich auch über „Fahrt verfolgen“ auf flixtrain.de abrufen. Der Check-in ist ab 15 Minuten vor Abfahrt möglich.

Umbuchungen sind grundsätzlich kostenlos. Wird die neue Verbindung teurer, muss die Differenz bezahlt werden; bei einer günstigeren Fahrt gibt es die Differenz als Gutschein und nicht bar zurück. Für Stornierungen gelten gestaffelte Erstattungen: mindestens 30 Tage vor Abfahrt 100 Prozent, sieben bis 29 Tage vorher 75 Prozent, ein bis sechs Tage vorher 50 Prozent und weniger als 24 Stunden vorher 25 Prozent.

Beim Preisvergleich mit der DB sieht das Bild je nach Strecke und Zeitpunkt unterschiedlich aus. Flixtrain-Tickets beginnen laut Fahrplanübersicht bei 3,99 Euro, DB-Super-Sparpreise bei 17,99 Euro. Die Sitzplatzreservierung ist bei Flixtrain inklusive; bei der DB kostet sie laut Artikel ab 5,50 Euro in der 2. Klasse und 6,90 Euro in der 1. Klasse. Flixtrain-Tickets sind zuggebunden, während der DB-Flexpreis Zugunabhängigkeit bietet. Außerdem verkauft Flixtrain ausschließlich online oder per App mit QR-Code, die DB zusätzlich an Automaten und Schaltern.

Auch bei der Pünktlichkeit liegen die Anbieter laut der genannten Übersicht etwa gleich und werden als „befriedigend“ beschrieben. WLAN gibt es bei beiden, die Qualität kann aber schwanken. EU-Fahrgastrechte gelten grundsätzlich auch bei Flixtrain, Ansprüche müssen dort gegebenenfalls direkt reklamiert werden. Bei der DB nennt der Artikel Erstattungen von 25 Prozent ab 60 Minuten und 50 Prozent ab 120 Minuten Verspätung; bei Flixtrain läuft die Erstattung weniger automatisiert.

Berlin–Köln, Hamburg–Berlin und die Preisfrage

Ein Vergleich mit konkreten Zahlen macht den Abstand sichtbar. Wer Berlin–Köln sechs Wochen im Voraus bucht, zahlt bei der DB laut Vergleich 17,99 bis 29,90 Euro, bei Flixtrain 4,99 bis 14,99 Euro. Last-Minute liegen DB-Flexpreise bei 79,90 bis 129 Euro, Flixtrain bei 24,99 bis 34,99 Euro. Frühbucherpreise von Flixtrain liegen demnach oft rund 30 bis 60 Prozent unter den DB-Preisen. Die Angaben stammen aus April 2026.

Auf den sechs genannten Kernstrecken halten die Züge unterwegs meist zwei- bis viermal. Berlin–Hamburg dauert 1 Stunde 50 Minuten, mit drei bis vier Zügen täglich und Preisen ab 9,99 Euro. Berlin–Köln wird mit 4 Stunden 30 Minuten, zwei bis drei Zügen pro Tag und Preisen ab 9,99 Euro angegeben. Hamburg–Köln dauert 4 Stunden, fährt zweimal täglich und kostet ab 9,99 Euro.

Für längere Wege nennt der Vergleich Hamburg–München mit 8 Stunden, ein bis zwei Zügen täglich und Preisen ab 19,99 Euro. Berlin–Stuttgart dauert 6 Stunden 30 Minuten, dort ist ein Zug am Tag vorgesehen, ab 19,99 Euro. Köln–München wird mit 7 Stunden 20 Minuten, einem täglichen Zug und Preisen ab 19,99 Euro geführt. Die genannten Preise gelten bei drei bis sechs Wochen Vorlauf; kurzfristig wird es teurer.

Die DB bedient etwa 6.800 Bahnhöfe, Flixtrain laut Vergleich etwa 25 Bahnhöfe – die Angaben stehen neben der Netzbeschreibung mit rund 50 Städten und sind daher als unterschiedliche Betrachtungen der Angebote zu lesen. Zwischen Hamburg und Berlin fährt die DB etwa 30-mal am Tag, ungefähr alle 30 Minuten; Flixtrain kommt dort in der bisherigen Übersicht auf zwei bis drei Züge. Für 2024 werden bei der DB etwa 63 Prozent Fernverkehrspünktlichkeit genannt, bei Flixtrain etwa 65 Prozent. Die Daten stammen laut Quelle aus dem DB-Konzernlagebericht 2024 beziehungsweise von Stiftung Warentest 2024.

Im ICE gilt das WLAN als stabiler, im IC schwankt es; bei Flixtrain ist es laut Vergleich häufig instabil. Die DB bietet Bordrestaurant beziehungsweise Catering, Flixtrain einen Snack-Trolley. Eine BahnCard-Ermäßigung gibt es bei der DB, nicht bei Flixtrain. Der günstigste Tarif ist bei beiden Anbietern nicht erstattbar. Das Deutschlandticket gilt im DB-Nahverkehr, aber nicht in Flixtrain-Zügen.

Für Reisende mit Fahrrad, Ski, Instrumenten oder viel Gepäck ist die DB meist praktischer. Gleiches gilt für Ziele außerhalb der Flixtrain-Hauptstrecken, etwa Bremen, Erfurt, Nürnberg oder Dresden – wobei Bremen und Erfurt im angekündigten beziehungsweise bestehenden Netz durchaus auftauchen können. Der DB-Flexpreis erlaubt kostenlose Umbuchungen, Flixtrain bietet keinen Flex-Tarif. Wer eine BahnCard 50 besitzt, kann damit günstiger fahren als mit einem Flixtrain-Flexpreis. Auch die Kombination mit Regionalverkehr und Deutschlandticket spricht für die DB.

Flixtrain passt eher zu planbaren Fahrten zwischen Großstädten, zu Reisenden ohne BahnCard und zu jungen Leuten mit wenig Gepäck. Wochenendfahrten, etwa Freitag hin und Sonntag zurück, können preislich attraktiv sein. Die Züge bieten laut Vergleich ausreichend Beinfreiheit, Steckdosen und Möglichkeiten zum Arbeiten am Laptop – wenn das WLAN gerade mitspielt, versteht sich.

Vor der Buchung beide Preise parallel prüfen: Omio und Trainline zeigen die Angebote nebeneinander. Ein Vergleich von etwa fünf Minuten kann laut Artikel 15 bis 30 Euro sparen. Hin- und Rückfahrt dürfen bei unterschiedlichen Anbietern gebucht werden. Fällt ein Flixtrain aus, kann ein DB-Ticket gekauft und anschließend eine Erstattung bei Flixtrain beantragt werden; der Beleg sollte eingereicht werden.

Die Deutsche Bahn will ihren neuen Fahrplan für den Start am 13. Dezember 2026 am folgenden Montag vorstellen. Erst dann lässt sich besser einschätzen, wie dicht das Angebot im direkten Vergleich tatsächlich wird. Bis 2028 plant Flixtrain den Einsatz von 65 neuen Hochgeschwindigkeitszügen auf deutschen Strecken. Auf dem Berliner Bahnsteig wird es bis dahin wohl nicht ruhiger werden – eher voller, mit Rollkoffern, Durchsagen und dem üblichen kurzen Blick aufs Handy, ob das Gleis schon feststeht.