Neue ICE-Direktverbindungen ab Paderborn trotz Baustellenfahrplan der Deutschen Bahn
Wer heute, am 13. Oktober 2026, eine Bahnreise für das kommende Jahr plant, sollte den Kalender im Blick behalten: Der neue Fahrplan der Deutschen Bahn gilt ab Sonntag, 13. Dezember 2026. Fahrkarten sind ab Mittwoch, 14. Oktober 2026 erhältlich. Für Reisende in Ostwestfalen-Lippe, Nordrhein-Westfalen und im gesamten Bundesgebiet bringt der Wechsel neue Direktverbindungen, veränderte Fahrzeiten – und wegen zahlreicher Baustellen auch manche Zumutung.
Im Hochstift kehrt eine Verbindung zurück, die 2026 aus betrieblichen Gründen und wegen vieler Baustellen weggefallen war. Gleichzeitig werden andere Angebote gekürzt oder zeitweise unterbrochen. Die DB kündigt für 2027 umfangreiche Bauarbeiten an; Haltausfälle, Umleitungen und komplette Zugausfälle gehören damit leider ebenfalls zum Fahrplanbild.
Mehr ICEs ab Paderborn – und neue Wege nach Süden
Ab Paderborn, Altenbeken und Warburg fahren wieder täglich direkte ICE-Züge nach Würzburg, Nürnberg und München sowie zurück. Unterwegs halten die Züge auch in Hamm, Soest und Lippstadt. Von Köln aus dauert die Fahrt etwa drei Stunden bis Nürnberg und etwas mehr als vier Stunden bis München. Für das Hochstift ist das eine Rückkehr mit Gewicht, gerade weil die Verbindung im laufenden Jahr nicht zur Verfügung stand.
Während der Bauarbeiten auf der Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main kommt vom 15. Mai bis 9. Juli ein zusätzliches ICE-Zugpaar zwischen Köln und München über Paderborn und Kassel hinzu. Auf der Mitte-Deutschland-Verbindung über Paderborn bleibt es bei zwei ICE-Zugpaaren nach und von Erfurt und Leipzig. Sie ersetzen die langsameren IC-Verbindungen nach Weimar, Jena und Gera.
Auch aus Ostwestfalen geht es direkter in Richtung Südwestdeutschland. Morgens fährt ein neuer ICE von Hannover über Düsseldorf weiter. Er startet in Minden um 6.13 Uhr, in Bielefeld um 6.42 Uhr und in Hamm um 7.17 Uhr. Der bisher morgens aus Hannover kommende IC über Wuppertal, Bonn und Mainz nach Stuttgart beginnt künftig in Münster.
Am Abend kommt ein ICE aus der Schweiz über Frankfurt Flughafen und Köln bis Düsseldorf. Dort trifft er um 21.32 Uhr ein, in Hamm um 22.34 Uhr, in Bielefeld um 23.18 Uhr und in Minden um 23.49 Uhr; anschließend geht es weiter nach Hannover. Östlich von Dortmund ersetzt der Zug einen IC aus Stuttgart.
In Bünde wird dagegen ausgedünnt: Auf der zweistündlichen ICE-Linie Amsterdam–Rheine–Berlin fahren nur noch zwei Zugpaare über Bünde bis Hannover. Die Verbindung Münster/Dortmund–Siegen–Bad Nauheim–Frankfurt wird dauerhaft eingestellt. Nach Angaben der DB lag die Auslastung bei 15 Prozent; seit Ende April 2026 fährt die Linie bereits baubedingt nicht. Neue RE-Verbindungen sollen den Nahverkehr teilweise verbessern.
Baustellen teilen das Bahnnetz in Zeitfenster
Vom 6. Februar bis 14. Mai entfällt der Sprinter Köln–Hamburg wegen der Sperrung Recklinghausen–Münster. Andere Züge werden umgeleitet, der ICE-Stundentakt Köln–Dortmund–Hamburg bleibt jedoch bestehen.
Vom 15. Mai bis 9. Juli wird die Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main gesperrt. Zwischen Köln Messe/Deutz und Frankfurt verkehren dann nur stündliche ICE-Züge. Die Fahrzeit verlängert sich um etwa 75 Minuten, weil die Züge durch das Mittelrheintal fahren; weitere ICE-Linien entfallen. ICE-Züge aus der Schweiz und aus München nach Hamburg fahren in dieser Zeit nicht über Frankfurt Flughafen, sondern über Bonn. Das dauert etwa eine Stunde länger.
Vom 10. Juli bis 15. Oktober ist die Strecke Duisburg–Essen–Bochum–Dortmund gesperrt. Züge werden umgeleitet, mehrere Fahrten fallen aus. Im selben Zeitraum gibt es Haltausfälle zwischen Bielefeld und Hannover. ICE-Züge aus Amsterdam nach Hamburg und Berlin werden wegen der Sperrung Rheine–Osnabrück über Münster geführt; die verbleibenden ICE-Zugpaare über Bünde nach Hannover entfallen.
Vom 16. Oktober bis 11. Dezember fällt schließlich die IC-Linie Ostfriesland–Münster–Gelsenkirchen–Köln–Bonn wegen der Sperrung Münster–Rheine aus. Die Korridorsanierung Lehrte–Berlin sorgt zudem deutschlandweit für einzelne entfallende ICE-Fahrten von und nach Berlin.
Bonn, Berlin und Siegburg mit neuen Taktlagen
In Siegburg/Bonn gibt es künftig stündliche Direktverbindungen nach Essen, Nürnberg und München. Die zweistündliche ICE-Linie Köln–Frankfurt hält dort nur noch vereinzelt. Direktverbindungen nach und von Montabaur und Limburg Süd bleiben 15-mal täglich bestehen.
Nach fast einem Jahr Pause fährt 2027 wieder ein direkter ICE von Bonn nach Berlin. Wegen der Korridorsanierung Lehrte–Berlin nimmt er nicht den Weg über Wolfsburg; die Reise dauert etwa sechs Stunden. ICE-Sprinter Bonn–Köln–Berlin entfallen. Andere Verbindungen enden teilweise in Wolfsburg oder Hannover, vier Zugpaare werden über Osnabrück-Altstadt, Bremen und Hamburg umgeleitet. Rheine erhält dadurch zeitweise neue Direktverbindungen nach Bremen und Hamburg.
Während der Sanierung bleiben zwischen Nordrhein-Westfalen und Berlin mindestens stündlich direkte ICE-Züge bestehen, allerdings verlängert sich die Fahrt um rund 80 Minuten. Für die Strecke Berlin–Hamburg soll nach den baubedingten Einschränkungen wieder der Halbstundentakt eingeführt werden.
Nach Belgien startet die erste von zwei ICE-Verbindungen nach Antwerpen künftig rund 30 Minuten später, erreicht Antwerpen aber ungefähr zur bisherigen Zeit. An Sommerwochenenden fahren umsteigefreie ICE-Verbindungen nach Ostende häufiger.
Mehr Sprinter, mehr Ausland – und digitale Tickets
Die DB erweitert ihr Fernverkehrsangebot. Das ICE-Sprinter-Netz wächst auf rund 70 Fahrten täglich. Zwischen Hamburg und München sind drei tägliche Verbindungen je Richtung vorgesehen, mit Halten nur in Hannover und Nürnberg. Die Fahrzeit soll laut DB fünf Stunden und 20 Minuten betragen – rund 20 Minuten weniger als bisher.
Auf der Verbindung Berlin–Stuttgart gibt es künftig drei statt bislang eine Sprinter-Fahrt je Richtung und Tag; die Fahrzeit liegt bei vier Stunden und 45 Minuten. Das internationale Angebot steigt auf mehr als 320 Fahrten täglich, laut DB rund 20 Prozent mehr als vor fünf Jahren. Mehr als 200 Städte in 14 Ländern sollen direkt von Deutschland aus erreichbar sein.
Ab Sommer 2027 soll erstmals gemeinsam mit Trenitalia der Hochgeschwindigkeitszug Frecciarossa fahren: jeweils ein tägliches Zugpaar von München nach Mailand und von München nach Rom. Stuttgart–Paris wird künftig zwölfmal täglich bedient, zwei Züge mehr als bisher. Nach Abschluss der Korridorsanierung Nürnberg–Passau sind täglich 14 Fernverkehrszüge zwischen Frankfurt, Nürnberg und Wien vorgesehen. Zwischen Hamburg und Kopenhagen will die DB ab März sieben Verbindungen täglich je Richtung anbieten.
Weitere Sanierungen wichtiger Strecken sind für 2027 bereits geplant, darunter Hannover–Berlin, Hanau–Fulda und Rosenheim–Freilassing/Salzburg. Umleitungen und geänderte Fahrzeiten sind laut DB bereits in der Reiseauskunft hinterlegt – man kann also vorher nachsehen, auch wenn der Blick auf die Verbindungskarte vermutlich nicht immer Freude macht.
Beim Ticketkauf gibt es ebenfalls Änderungen: Der Sparpreis Gruppe kann online für bis zu 14 Tage unverbindlich reserviert werden. Das im Sommer eingeführte Familienticket wird dauerhaft angeboten. Ab dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember stellt die DB Flexpreis-Tickets ausschließlich digital und personalisiert aus.
