In Bahnbau dreht sich für Malina Dziacko vieles um den nächsten Start, den nächsten Lauf, den nächsten Anschlag am Beckenrand. Die 16-Jährige aus Ettlingen betreibt gleich zwei Sportarten erfolgreich: Rettungsschwimmen und Leichtathletik. Ein Alltag zwischen Chlorgeruch und tartanroter Bahn, zwischen nassen Haaren und schweren Beinen.

Begonnen hat alles vergleichsweise harmlos mit dem Schwimmabzeichen „Seepferdchen“. Über dieses kam Dziacko zur DLRG Ettlingen. Inzwischen gehört sie zu den besten Rettungsschwimmerinnen Deutschlands, startet im Rettungssport für das Nationalteam und hat in der Leichtathletik einen Kaderplatz. Viel Zeit zum Verschnaufen bleibt da nicht.

Zwischen Becken und Leichtathletikbahn

Der anspruchsvolle Alltag verlangt Planung, Disziplin und wohl auch die Fähigkeit, Müdigkeit gelegentlich einfach wegzuschieben. Training im Wasser und auf der Bahn müssen zusammenpassen, obwohl beide Sportarten ihren eigenen Rhythmus haben. Mal geht es um Technik und Tempo im Becken, dann wieder um Explosivität, Ausdauer und den nächsten Schritt auf der Laufbahn.

Für Dziacko geht es zudem um einen großen nächsten Termin: Sie soll Deutschland bei der Junioren-Europameisterschaft vertreten. Der Weg dorthin führt nicht nur über schnelle Zeiten, sondern auch durch viele Trainingseinheiten, Wettkämpfe und Reisen. Der Sportkalender ist voll; der Tag hat trotzdem nur 24 Stunden.

Erfahrung aus dem DLRG-Kader

Wie ein solcher Kaderbetrieb organisiert wird, zeigt auch der Blick auf Kai-Uwe Schirmer. Der aus Bielefeld stammende Schirmer, Jahrgang 1988, hat einen Bachelorabschluss in Sport- und Trainingswissenschaften und unterstützt die Bundestrainerin bei der Betreuung der DLRG-Kaderathleten.

Zu seinen Aufgaben gehören die Organisation von Trainingslagern, die Meldung zu Sportwettkämpfen sowie die Planung der Reisen zu den Wettkampforten und die Organisation der Unterkünfte. Hinter einem Start stehen also nicht nur Schwimmbad, Stoppuhr und Badeanzug, sondern eine Menge Termine, Listen und Logistik.

Schirmer kennt den Rettungssport zudem aus eigener Erfahrung. Mit 18 Jahren nahm er erstmals an den Deutschen Meisterschaften im Rettungssport teil. Im Alter von 27 Jahren gewann er bei der Europameisterschaft im Rettungsschwimmen in Wales zwei Einzeltitel. Mit dem DLRG-Nationalteam erreichte er 2016 bei der Weltmeisterschaft im Rettungsschwimmen den vierten Platz und gewann dabei drei Gold- und zwei Silbermedaillen.

Ein Sport mit vielen Wegen

Rettungssport verbindet Wettkampf und den praktischen Hintergrund der Wasserrettung. Für junge Athletinnen wie Malina Dziacko bedeutet das: Sie trainieren für Sekundenbruchteile, behalten aber stets den Bezug zu einer Aufgabe, bei der im Ernstfall jeder Handgriff sitzen muss. In Ettlingen nahm diese Geschichte mit dem „Seepferdchen“ ihren Anfang und führt nun bis ins deutsche Junioren-Nationalteam.

Wer Fragen zum DLRG-Kader und zum Rettungssport hat, erreicht den zuständigen Kontakt unter rettungssport@bgst.dlrg.de.