Heute ist der 19.10.2026. Das Wetter draußen ist mal wieder durchwachsen – ein bisschen Sonne, ein bisschen Regen. Und genau das bringt uns zu einem Thema, das nicht nur in der Bauindustrie, sondern auch in vielen Haushalten zunehmend an Bedeutung gewinnt: der Schutz vor Starkregen. Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) hat hierzu den Leitfaden „Starkregen – Objektschutz und bauliche Vorsorge“ neu aufgelegt. Ein wichtiges Dokument, das sich mit Maßnahmen zum Schutz vor den Folgen von Starkregen befasst.

Der BBSR-Leiter Peter Jakubowski bringt es auf den Punkt: „Öffentliche und private Vorsorge müssen zusammenwirken.“ Das bedeutet, dass nicht nur die Kommunen in der Pflicht stehen, die Abwasserentsorgung sicherzustellen, sondern auch Haus- und Grundstückseigentümer selbst aktiv werden sollten. Ja, jeder kann und sollte etwas tun! Die Publikation entstand im Rahmen des Innovationsprogramms „Zukunft Bau“ – ein Auftrag des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) und des BBSR. An diesem Projekt waren verschiedene Institutionen beteiligt, darunter das Ingenieurbüro Reinhard Beck, die Bergische Universität Wuppertal, das Forschungsinstitut für Wasser- und Abfallwirtschaft an der RWTH Aachen sowie das Hochwasser-Kompetenz-Centrum (HKC).

Praktische Maßnahmen und Tipps

Was kann man also konkret tun, um sein Heim zu schützen? Der Leitfaden bietet zahlreiche Ansätze, die von einfachen baulichen Veränderungen bis hin zu komplexeren technischen Lösungen reichen. Es geht nicht nur darum, die eigenen vier Wände abzusichern, sondern auch um die Frage, wie man die Umgebung mit einbezieht. Bei Starkregen sind Rückstauklappen und zusätzliche Versickerungsflächen eine Überlegung wert. Wer sich weiter informieren möchte, kann den Leitfaden kostenfrei beim BBSR herunterladen – eine echte Chance für alle, die ihre Vorsorge ernst nehmen.

Es ist jedoch nicht nur ein Thema für den einzelnen Hausbesitzer. Der Klimawandel sorgt dafür, dass wir mit häufigeren und intensiveren Extremwetterereignissen rechnen müssen. Das Umweltbundesamt (UBA) hat in seiner Klimawirkungs- und Risikoanalyse klar aufgezeigt, dass ohne Maßnahmen zur Minderung des Klimawandels die Risiken durch Hitze, Trockenheit und Starkregen in Deutschland deutlich steigen werden. Anpassungen in unseren Städten und bei uns selbst sind daher unerlässlich.

Vorzeigeprojekte in Deutschland

Schauen wir uns mal an, was in einigen Städten bereits gemacht wird – da gibt es spannende Projekte! In Worms, Lübeck, Bad Liebenwerda und Elsterwerda entwickeln die UBA-Projekte „Regen//Sicher“ Kommunikations- und Beteiligungsformate zur Starkregenvorsorge. Nachbarschaftsberatungen und Stadtteilworkshops sollen die Bürger motivieren, aktiv zu werden. Und auch in Solingen wird das Thema ernst genommen. Hier bündeln die Technischen Betriebe verschiedene Bereiche wie Kanalnetzbewirtschaftung und Überflutungsschutz unter einem Dach. Das Kanalnetz allein ist nicht mehr die Lösung – Entsiegelung und Begrünung spielen jetzt eine große Rolle.

Ein weiteres Beispiel ist die Stadt Arnsberg. Nach schweren Überschwemmungen entwickelte man ein Hochwasserschutzkonzept, bei dem mehrere Bäche renaturiert wurden. Das hat sich beim nächsten Starkregen ausgezahlt – Schäden konnten vermieden werden. So wird deutlich, dass eine enge Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Bürgern entscheidend ist, um effektive Lösungen zu finden.

Ressourcen für die Zukunft

Die UBA bietet eine Vielzahl von Materialien und Konzepten, die Kommunen und Privatpersonen unterstützen. Auf www.klivo.de finden Planer und Bürger Leitfäden zur Starkregenvorsorge. Dort gibt es auch eine UBA-Tatenbank, die über 200 Klimaanpassungsmaßnahmen dokumentiert – ein echter Fundus an Ideen! Weitere Grundlagen finden sich in der UBA-Broschüre „Klimaanpassung in der räumlichen Planung“, die sich mit der praktischen Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen beschäftigt.

Das Thema Starkregen ist also vielschichtig. Von Informationen über konkrete Handlungsempfehlungen bis hin zu praktischen Beispielen aus verschiedenen Städten – die Möglichkeiten sind zahlreich. In einer Welt, die sich durch den Klimawandel ständig verändert, ist es wichtiger denn je, sich zu wappnen und aktiv zu werden. Die Zeit für eine kluge und weitsichtige Bau- und Planungspolitik ist jetzt!