Batteriegroßspeicher „Albatross“ erreicht Baureife am Umspannwerk Merzen
Am heutigen 2.10.2026 nimmt ein großes Speicherprojekt in Niedersachsen eine wichtige Hürde: Das niederländische Energieunternehmen Giga Storage plant in Deutschland drei Batteriegroßspeicher und will dafür insgesamt rund eine Milliarde Euro investieren. Jedes der drei Vorhaben soll 350 MW Leistung und 1.400 MWh Speicherkapazität erreichen.
Das erste Projekt trägt den Namen „Albatross“. Nach Angaben des Unternehmens hat die Anlage bei Neuenkirchen in Niedersachsen Baureife erreicht. Entwickelt wird sie gemeinsam mit Isenau Projects. Für ein Bauprojekt dieser Größe klingt das zunächst nüchtern – tatsächlich steckt dahinter eine ganze Menge Planung, Abstimmung und Netztechnik.
„Albatross“ am Umspannwerk Merzen
Entstehen soll der Speicher auf einer rund sieben Hektar großen Fläche am modernisierten 380-kV-Umspannwerk Merzen von Amprion. Die Anlage wird direkt an das Höchstspannungsnetz angeschlossen. Vorgesehen sind 264 Batterieeinheiten, die auf dem Gelände zu einem leistungsfähigen Großspeicher verbunden werden.
Mit der erreichten Baureife ist die Entwicklungsphase abgeschlossen. Die endgültige Investitionsentscheidung ist für das vierte Quartal 2026 geplant. Läuft alles nach Plan, beginnt der Bau in der ersten Hälfte des Jahres 2027. Die Inbetriebnahme von „Albatross“ ist für 2028 vorgesehen.
Zwei weitere Speicher im Amprion-Netzgebiet
Giga Storage und Isenau Projects arbeiten außerdem an den Projekten „Pelican“ und „Kingfisher“. Auch sie sind im Netzgebiet von Amprion geplant. Ihre Inbetriebnahme ist derzeit für das Ende der 2020er-Jahre beziehungsweise die frühen 2030er-Jahre vorgesehen – also nicht morgen, aber bei solchen Dimensionen auch nicht ungewöhnlich.
Zusammen sollen die drei entwickelten Projekte mehr als 1 GW Leistung und 4 GWh Speicherkapazität bereitstellen. Giga Storage plant, die Anlagen langfristig selbst zu besitzen und zu betreiben. Damit bleibt das Unternehmen nicht nur während der Entwicklung und des Baus beteiligt, sondern will auch später für den Betrieb der Speicher verantwortlich sein.
Für Neuenkirchen bedeutet das zunächst ein Bauvorhaben mit großer Fläche, vielen Batterieeinheiten und direkter Anbindung an das Höchstspannungsnetz. Für die weitere Planung stehen nun die Investitionsentscheidung Ende 2026 und der vorgesehene Baustart im ersten Halbjahr 2027 an. Dann wird aus Plänen, Flächen und 264 Batterieeinheiten nach und nach eine sichtbare Anlage am Umspannwerk Merzen.
