Bremerhaven wird zum NATO-Einsatzdrehkreuz: 1,35 Milliarden Euro für Hafen und Flughafen
An der deutschen Nordseeküste wird die militärische Infrastruktur ausgebaut. Die Bundeswehr rüstet auf – und das ist in den Häfen deutlich zu spüren. In Bremerhaven sollen noch 2026 die Arbeiten beginnen, damit der Hafen künftig den Anforderungen der Bundeswehr und der NATO besser entspricht.
Der Bund will dafür rund 1,35 Milliarden Euro investieren. Auch im ostfriesischen Emden ist nach dpa-Informationen ein neuer Militärhafen für die Marine geplant. Dafür benötigt die Marine eine Fläche von 40 Hektar, mit einer Option auf weitere 10 Hektar.
Bremerhaven und Bremen als Einsatzdrehkreuz
Flughafen Bremen und Hafen Bremerhaven sollen bis 2031 militärtauglich ausgebaut werden. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) und die Hansestadt Bremen unterzeichneten dafür eine rechtlich nicht bindende Absichtserklärung. Vorgesehen ist der Aufbau eines sogenannten „Deployment Hubs“, also eines Einsatzdrehkreuzes.
Eine Rolle spielt dabei der Nordseezugang, vor allem der Überseehafen in Bremerhaven. Hinzu kommen die vorhandene Infrastruktur und die Hinterlandanbindung. Im Verteidigungshaushalt sind bis 2031 rund 1,35 Milliarden Euro vorgesehen, der Bremer Senat beteiligt sich mit mehr als 212 Millionen Euro.
Im Ernstfall sollen über die neue Struktur Zehntausende Soldaten auf dem Weg zur NATO-Ostflanke versorgt werden. Außerdem müssen Maschinen und militärische Geräte gewartet und betrieben werden können. Die Infrastruktur soll die Logistik für deutsche Streitkräfte sicherstellen – und im Ernstfall auch für Verbündete.
Schwerlastbrücke, Kajen und tiefere Hafenbecken
Geplant sind Ausbauten an Häfen, Brücken, Straßen und weiteren Verkehrsanbindungen. Nach dpa-Informationen soll das Geld in mehr als 40 Einzelmaßnahmen fließen. Für Bremerhaven stehen unter anderem eine neue Schwerlastbrücke und mehrere Schwerlastflächen im Hafen auf der Liste.
Dazu kommen ein Verbindungskanal mit Drehbrücke sowie der Bau oder die Ertüchtigung verschiedener Binnenkajen im Kaiserhafen. Hafenbecken sollen vertieft, Straßen- und Bahnverbindungen ausgebaut werden. Das klingt auf dem Papier nüchtern; vor Ort bedeutet es schwere Geräte, Baustellenverkehr und einiges an Bewegung zwischen Kaikante und Hinterland.
Auch der Bremer Flughafen wird für den Transport von Schwerlasten ertüchtigt. Unter anderem ist dort zusätzliche Logistikfläche vorgesehen. Für die Hafen- und Flughafenstandorte ist das ein ziemlich großer Umbau – nicht bloß ein neuer Zaun oder eine zusätzliche Abstellfläche.
Baubeginn noch 2026
Laut Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) sollen die Arbeiten noch 2026 beginnen und bis 2031 abgeschlossen sein. Der Zeitplan ist damit eng gesteckt. Während in Bremerhaven Hafenflächen, Kajen, Verkehrswege und Brücken angepasst werden, soll in Bremen die Luftfracht-Infrastruktur für militärische Schwerlasten Schritt halten.
Zum geplanten Militärhafen in Emden liegen in den vorliegenden Informationen keine weiteren Angaben vor. Auch die zusätzlich genannte Quelle des Bundesministeriums der Verteidigung zur NATO-Ostflanke ist nicht lesbar beziehungsweise offenbar fehlerhaft kodiert; verlässliche Fakten oder Inhalte lassen sich daraus nicht extrahieren.
