In München entsteht ein neues Bündnis für Wohnimmobilien: Baywobau, Rock Capital Group und Domicil Real Estate haben das Gemeinschaftsunternehmen Deutsche Wohnvorsorge gegründet. Die drei Partner bündeln ihre Kompetenzen in der Projektentwicklung, im Bau, im Vertrieb und in der Verwaltung von Wohnimmobilien.

In den kommenden Jahren sollen rund 4.500 Wohneinheiten realisiert werden. Im Mittelpunkt steht die Schaffung von Wohnraum für den Mietwohnungsmarkt – als Reaktion auf den Nachfrageüberhang bei Neubauwohnungen. Gleichzeitig sollen die Neubauimmobilien auch privaten Kapitalanlegern angeboten werden.

Start in den Hofmann-Höfen

Als erstes gemeinsames Projekt beginnt der Vertrieb von Wohnungen im Münchner Quartier Hofmann-Höfe, das von der Rock Capital Group entwickelt wird. Der erste Bauabschnitt des Projekts THE ONE mit rund 400 Wohnungen ist bereits im Bau.

Im Quartier entstehen insgesamt etwa 900 Ein- bis Vier-Zimmer-Wohnungen. Dazu kommen Tiefgaragen- und Fahrradstellplätze. Die Gebäude werden nach dem KfW-40-Standard errichtet. Nach Angaben der Projektpartner gilt das Vorhaben als größtes Wohnungsneubauprojekt der vergangenen Jahre in München. Die Hofmann-Höfe sind damit der erste konkrete Umsetzungsschritt der Deutschen Wohnvorsorge.

Das Modell reicht allerdings weiter als bis zum Verkauf einzelner Wohnungen. Die neue Gesellschaft verbindet die Entwicklung von Wohnprojekten, die bauliche Umsetzung, die Vermarktung und die langfristige Verwaltung. Weitere gemeinsame Wohnbauprojekte sind geplant; in den kommenden Jahren soll das Unternehmen deutlich ausgebaut werden.

Erfahrung, Grundstücke und Kapitalanleger

Als Grundlage nennen die Partner ihre Neubaukompetenz, eine gesicherte Grundstückspipeline und den Zugang zum Kapitalanlagemarkt. Baywobau bringt mehr als 60 Jahre Erfahrung in der Entwicklung und Realisierung von Wohnimmobilien ein. Die Rock Capital Group ergänzt das Bündnis mit ihrer Erfahrung bei Wohnbauvorhaben und gemischt genutzten Stadtquartieren.

Domicil steuert den Vertrieb, ein Netzwerk von Vertriebspartnern sowie Verwaltungs- und Serviceleistungen bei. Baywobau-Vorstand und -Geschäftsführer Alexander Hofmann erklärte, die Gesellschaft erweitere das Angebot um ein auf private Kapitalanleger ausgerichtetes Produkt. Domicil-CSO Daniel Preis sagte, das bestehende Vertriebs- und Servicemodell werde gemeinsam um ausgewählte Neubauimmobilien ergänzt.

Christian Lealahabumrung, Geschäftsführer der Rock Capital Group, verwies auf die weiterhin hohe Nachfrage nach Wohnraum und Anlageprodukten. Die neue Gesellschaft soll Wohnbauprojekte stärker auf unterschiedliche Käufergruppen ausrichten – eine Aufgabe, die angesichts knapper Wohnungen und verschiedener Finanzierungsinteressen nicht gerade kleiner wird.

Münchner Zahlen zeigen den Druck

Wie viel in München gebaut wird und wie viel tatsächlich fertig wird, lässt sich an den städtischen Statistiken ablesen. Für 2025 weist die Stadt 8.146 genehmigte Wohnungen und 4.348 fertiggestellte Wohnungen aus. Die durchschnittliche Wohnfläche je Neubauwohnung lag bei 67,1 Quadratmetern.

Die Bautätigkeitsstatistik erfasst genehmigungs- und zustimmungspflichtige sowie kenntnispflichtige Baumaßnahmen und Abgänge im Hochbau. Berücksichtigt werden Baugenehmigungen, Baufertigstellungen, Abgänge und der Bauüberhang – also genehmigte, aber noch nicht fertiggestellte Vorhaben. Zwischen den Daten der Stadt München und des Bayerischen Landesamts für Statistik können verfahrensbedingt geringfügige Abweichungen bestehen.

Für die Einordnung ist auch die Begrifflichkeit wichtig: Baumaßnahmen an bestehenden Gebäuden umfassen Umbau, Ausbau, Erweiterung, Aufstockung, Anbau und Wiederherstellung; dabei können Wohnungen entstehen oder wegfallen. Die Errichtung neuer Gebäude meint Neubau und den Wiederaufbau zerstörter oder abgerissener Gebäude ab der Oberkante des verbliebenen Kellergeschosses.

Als Wohngebäude gelten Häuser, deren Gesamtnutzfläche mindestens zur Hälfte Wohnzwecken dient. Bei Nichtwohngebäuden überwiegen dagegen Büro-, Verwaltungs- oder Betriebsflächen. Wohnheime sind Wohngebäude mit gemeinschaftlich lebenden Bewohnern und Gemeinschaftseinrichtungen. Eine Wohnung besteht aus nach außen abgeschlossenen Räumen, die Wohnzwecken dienen und die Führung eines eigenen Haushalts ermöglichen.

Zu den Wohnräumen zählen Wohn-, Ess- und Schlafräume ab 6 Quadratmetern sowie Küchen. Bäder, Toiletten, Flure und Wirtschaftsräume gehören nicht dazu. Die Wohnfläche umfasst die anrechenbaren Grundflächen von Wohn- und Schlafräumen, Küchen und Nebenräumen; Keller, Garagen und technische Räume bleiben außen vor. Die Nutzfläche beschreibt die nutzbare Fläche für die Zweckbestimmung des Bauwerks, ohne Konstruktions-, Funktions- und Verkehrsflächen. Der Rauminhalt ist das von den äußeren Begrenzungsflächen eingeschlossene Gebäudevolumen.

Unterschieden werden außerdem Rohzugang und Reinzugang: Der Rohzugang bezeichnet den Zugang an Wohnungen oder Wohngebäuden ohne Abzug von Abgängen, der Reinzugang ergibt sich nach Abzug dieser Abgänge. Die veranschlagten Bauwerkskosten umfassen die Baukonstruktion, feste Einbauten und besondere Bauausführungen, nicht aber Grundstücks- und Erschließungskosten.

Auch die Heiztechnik wird statistisch erfasst. Primäre Heizenergie ist die überwiegend eingesetzte Energiequelle, sekundäre Heizenergie die zusätzlich und nachrangig eingesetzte. Bei Wärmepumpen unterscheidet die Statistik die Wärmequellen Erde, Luft, Wasser oder sonstige Quellen. Weitere Kategorien sind unter anderem Fernwärme, Solarthermie, Holz, Biogas/Biomethan, Gas, sonstige Biomasse und sonstige Energie.

Brunnen, Daten und ein langer Blick zurück

Zum Münchner Wohn- und Bauumfeld gehört auch die Frage, wie sich die Stadt im Alltag anfühlt – gerade an heißen Tagen zwischen Beton, Baustellenlärm und aufgeheizten Gehwegen. Stand Juli 2026 gibt es im öffentlichen Raum 265 städtische Brunnen: 200 Zierbrunnen, darunter 50 ausgewiesene Trinkwasserbrunnen, außerdem 35 Trinkwasserstelen und 30 Trinkwasserspender an Außenfassaden öffentlicher Toilettenanlagen.

Die Verteilung ist ungleich. In Altstadt-Lehel stehen 35 Brunnen, rund 13 Prozent des Gesamtbestands, in Au-Haidhausen 25 und in der Maxvorstadt 19. Sendling-Westpark, Neuhausen-Nymphenburg und Ramersdorf-Perlach kommen jeweils auf 16. In Schwabing-West, Trudering-Riem, Obergiesing und Untergiesing-Harlaching sind es jeweils 10, in Hadern und Allach-Untermenzing jeweils 1. Die meisten Brunnen liegen damit in zentralen und historischen Stadtgebieten, während es in den Randbezirken deutlich weniger gibt.

Wegen Wasserknappheit sind aktuell 56 Brunnen mit Zeitschaltuhr ausgestattet. Ihre tägliche Betriebszeit wurde von 14 auf 10 Stunden reduziert: Sie laufen von 10 bis 20 Uhr. Bis zum Ende der Brunnensaison 2026 sollen rund 115 ausgewiesene Trinkwasserstellen verfügbar sein. Ein kleiner Schluck aus dem Hahn, wenn der Asphalt flimmert, kann da ziemlich viel wert sein.

Für den Blick auf Genehmigungen, Fertigstellungen und Bestände stehen der Stadt unter anderem ein Monatszahlenmonitoring und ein Indikatorenatlas zur Verfügung. Tabellen zeigen öffentlich geförderte Wohnungen nach Jahren und Wohnraumbeschaffungsprogrammen, Genehmigungen und Fertigstellungen neuer Wohn- und Nichtwohngebäude, Daten nach Gebäudearten, Bauherren, Heizungsarten sowie primärer und sekundärer Heizenergie.

Verfügbar sind außerdem Baugenehmigungen und Baufertigstellungen nach Stadtbezirken und Jahren, genehmigte und fertiggestellte Wohnungen nach Raumzahl, der Bauüberhang nach Baufortschritt sowie die Wohnungsbautätigkeit in den Stadtbezirken von 2021 bis 2025. Hinzu kommen Abgänge von Wohn- und Nichtwohngebäuden sowie Wohnungen, Zu- und Abgänge an Wohnungen und Wohnräumen von 2007 bis 2025, der Bestand an Wohngebäuden und Wohnungen von 1992 bis 2024 sowie Preisindizes für Bauwerke in Bayern von 2005 bis 2025.

Der Gebäude- und