Früher Baustart in Basel: Lärmarme Arbeiten ab 6 Uhr zur Gesundheitsförderung der Bauarbeiter
Heute ist der 21.10.2026, und in Basel tut sich etwas Spannendes auf dem Bau. Der Grosse Rat hat mit einer überwältigenden Mehrheit von 84 zu 8 Stimmen und 4 Enthaltungen eine Motion von Luca Urgese (FDP) an die Regierung überwiesen. Der Vorschlag ist konkret: In den Sommermonaten Juni bis August sollen lärmarme Bauarbeiten bereits ab 6.00 Uhr früh erlaubt werden. Das ist ein echter Schritt in die richtige Richtung, vor allem wenn man bedenkt, dass die kommenden Monate mit extremen Temperaturen rechnen können.
Der Hintergrund dieser Initiative ist klar. Die kühleren Morgenstunden bieten eine bessere Arbeitsumgebung für Bauarbeiter, die oft heftiger Hitze ausgesetzt sind. Mit dem Ziel, das Risiko von Hitzeschlag und Kreislaufkollaps zu minimieren, fordert Urgese eine Anpassung der Lärmschutzverordnung. Immerhin hat die Schweiz diesen Sommer mit über 35 Grad bereits zwölf heiße Tage erlebt – und das ist gleichauf mit dem Hitzesommer 2003! Schwere Arbeiten, gerade auf aufgeheiztem Asphalt oder Beton, sind nicht nur unangenehm, sie können auch gefährlich sein. Laut Suva geschehen an Tagen mit Temperaturen über 30 Grad rund sieben Prozent mehr Arbeitsunfälle. Ein Grund mehr, frühzeitig zu handeln.
Gesundheitsschutz für Bauarbeiter
Der Gewerbeverband Basel-Stadt und der Verband Bauunternehmer Region Basel (BRB) stehen hinter der Motion. BRB-Präsident Daniel Allemann betont, dass der Gesundheitsschutz der Mitarbeitenden für die Mitgliedunternehmen oberste Priorität hat. Das ist wichtig, denn die Bauarbeiter verdienen nicht nur einen fairen Lohn, sie haben auch ein Recht auf Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz. Zwischen 6.00 und 7.00 Uhr sollen nur lärmarme Tätigkeiten erlaubt sein – dazu gehören das Einrichten der Baustelle und Materialtransporte. Laut Urgese berücksichtigen die Vorschläge sowohl die Anliegen der Bauarbeiter als auch die der Anwohnenden. Lärmintensive Arbeiten, wie Abbruch- oder Rammarbeiten, dürfen weiterhin erst ab 7.00 Uhr beginnen.
Doch nicht alle sind begeistert. Die Basta-Fraktion hat Bedenken geäußert. Sprecherin Franziska Stier kritisierte, dass die Arbeiter auch bei einem früheren Beginn am Nachmittag noch auf der Baustelle wären. Stattdessen plädiert sie für mehr Pausen, kürzere Arbeitszeiten und kühlere Räume. Ein interessanter Vorschlag, der sicher seine Anhänger findet, aber ob er praktikabel ist, bleibt abzuwarten.
Praktische Maßnahmen gegen Hitze
Die Herausforderungen durch die Hitze sind nicht zu unterschätzen. Arbeitgeber sind gefordert, professionell zu prüfen, inwiefern Hitze und Sonneneinstrahlung die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden gefährden. Neben der Temperatur spielen auch Luftfeuchtigkeit und körperliche Belastung eine Rolle. Besonders wichtig sind technische Maßnahmen wie das Beschatten von Arbeitsplätzen und die Bereitstellung von Trinkwasser. Bei extremer Hitze müssen Arbeitgeber sicherstellen, dass ihre Mitarbeiter ausreichend versorgt sind – auch mit Getränken, die Mineralien und Vitamine enthalten.
Auf die Vorschläge von Urgese reagieren Politiker aus verschiedenen Fraktionen positiv. Der Vorstoß könnte bald umgesetzt werden, und der Regierungsrat könnte die nötigen Anpassungen der Lärmschutzverordnung ausarbeiten. Ein erster Schritt in eine Richtung, die die Gesundheit der Bauarbeiter in den Mittelpunkt stellt. Und das ist genau das, was wir brauchen. Denn letztlich geht es nicht nur um Baustellen, sondern um Menschen, die unter extremen Bedingungen arbeiten und dabei unsere Städte und Infrastruktur gestalten.
In dieser Hitzewelle zeigt sich, wie wichtig es ist, den Gesundheitsschutz zu beachten. Mit dem richtigen Ansatz könnte der Bau in Basel bald nicht nur effektiver, sondern auch sicherer werden. Ob und wie schnell die Änderungen in Kraft treten, bleibt abzuwarten – wir halten Sie auf dem Laufenden!
