Montea baut mit zwei neuen Führungskräften seine deutsche Logistikimmobilien-Pipeline aus
Montea baut sein Deutschlandgeschäft um und holt dafür zwei erfahrene Führungskräfte an Bord. Maximilian Tappert wird zum 1. Februar 2027 Country Director Germany. Friedrich Schäufele übernimmt schon am 19. Oktober 2026 die Position des Head of Business Development Germany.
Der belgische Entwickler und Investor von Logistikimmobilien schafft damit nach eigenen Angaben die organisatorische Grundlage für weiteres Wachstum in Deutschland. Gemeinsam mit dem Frankfurter Team sollen Tappert und Schäufele die lokale Plattform für die nächste Wachstumsphase aufbauen. Das klingt nach viel Arbeit – und nach einem ziemlich vollen Herbst.
Zwei neue Köpfe für die deutsche Organisation
Tappert bringt Erfahrung in Investment, Projektentwicklung und Asset Management im internationalen Logistikimmobiliensektor mit. Zuletzt verantwortete er Logistiktransaktionen bei einem deutschen institutionellen Immobilieninvestmentmanager. Dabei begleitete er Akquisitionen und Projektentwicklungen in Deutschland und den Niederlanden.
Sein Erfahrungsspektrum reicht von Bestandsimmobilien über Forward Fundings und Forward Purchases bis zu Neubauentwicklungen und großvolumigen Repositionierungsprojekten. Künftig soll Tappert die deutsche Montea-Organisation leiten. Im Mittelpunkt steht dabei insbesondere die Sicherung strategischer Standorte und Grundstückspositionen entlang geplanter Logistikkorridore.
Schäufele verfügt über zehn Jahre Erfahrung im Industrie- und Logistikimmobiliensektor – in Investment und Vermietung. In Frankfurt baute er das Industrie- und Logistikgeschäft von Engel & Völkers Commercial auf. Anschließend war er fünf Jahre im Industrial-&-Logistics-Investment-Team von Colliers in Frankfurt tätig, bevor er den Bereich Capital Markets bei Colliers in Mexiko leitete.
Zuletzt verantwortete Schäufele bei PTXRE das deutschlandweite Transaktionsteam für Industrie- und Logistikimmobilien. Bei Montea soll er neue Investment- und Projektentwicklungsmöglichkeiten in Deutschland identifizieren und entwickeln. Sein Netzwerk zu Grundstückseigentümern, Projektentwicklern und Nutzern soll dabei helfen, geeignete Standorte frühzeitig zu sichern.
Nach Angaben von CEO Jo De Wolf beginnt Schäufele bereits im Herbst mit dem Aufbau der Projektpipeline. Tappert übernimmt ab Februar die Leitung der deutschen Organisation. Der Staffelwechsel ist also klar terminiert.
Logistikpark im Hamburger Hafen
Wie wichtig Deutschland für Montea inzwischen ist, zeigt auch eine Transaktion im Hamburger Hafen: Das Unternehmen erwirbt dort einen Logistikpark mit insgesamt 63.500 m² vermietbarer Fläche. Das Grundstück umfasst 89.000 m² und ist von der Hamburg Port Authority gepachtet.
Verkäufer ist ein von Tristan Capital Partners verwalteter Fonds. Der Logistikpark besteht aus fünf Gebäuden, die 1993, 2018 und 2019 errichtet wurden. Montea erweitert damit seine Präsenz in Deutschland und setzt zugleich seine Konzentration auf Hafen- und Flughafenstandorte fort.
Nach Unternehmensangaben sind 53 % des aktuellen Portfolios multimodal. Weitere Akquisitionen und Projektentwicklungen in Deutschland sind geplant. Patrick Abel, Country Director Germany bei Montea, äußerte sich zur Transaktion; künftig wird diese Funktion von Maximilian Tappert übernommen.
Für Schäufele liegt der nächste Schritt auf der Hand: neue Möglichkeiten finden, Kontakte nutzen, Grundstücke und Projekte entwickeln. Sein Zugang zu Eigentümern, Entwicklern und Nutzern dürfte dabei helfen, bevor aus einer Idee ein Exposé und später vielleicht eine Baustelle wird.
Hamburg und der Markt unter Druck
Der Hamburger Hafen passt in eine Marktphase, in der Logistikflächen wieder deutlich stärker gefragt sind. In den ersten drei Quartalen 2026 wurden bundesweit 5,5 Mio. m² Lager- und Logistikflächen umgesetzt. Das waren 28 % mehr als im Vorjahreszeitraum und 9 % mehr als im Zehnjahresdurchschnitt.
Trotz moderater Wirtschaftsentwicklung und geopolitischer Unsicherheiten nahm die Nachfrage im Jahresverlauf zu. Das dritte Quartal kam auf knapp 2,2 Mio. m² – 23 % mehr als im zweiten Quartal und das höchste Quartalsergebnis seit dem zweiten Quartal 2022. Besonders aktiv waren Logistikdienstleister, unter anderem für asiatische E-Commerce-Unternehmen und etablierte Großkonzerne, außerdem Unternehmen aus dem Bereich Rüstung und Verteidigung.
Deutlich mehr großflächige Verträge wurden abgeschlossen, gleichzeitig stieg auch die Gesamtzahl der Abschlüsse. Lagen außerhalb der großen Logistik-Hubs legten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 51 % zu. Die sieben Top-Logistikmärkte Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, Leipzig und München kamen zusammen auf knapp 1,7 Mio. m² – ein Rückgang von 5 %.
Bei der Branchenverteilung lagen Logistikdienstleister mit knapp 45 % Marktanteil beziehungsweise 2,5 Mio. m² vorn. Das war der höchste Wert der vergangenen zehn Jahre. Handelsunternehmen erreichten 15 %, auch weil E-Commerce-Unternehmen ihre Logistik zunehmend auslagern. Produzierende Unternehmen kamen auf 31 %.
Mieten steigen, Flächen werden knapper
Der Nachfrage folgt der Preis. Gegenüber dem dritten Quartal 2025 stiegen die Spitzenmieten bundesweit im Durchschnitt um 4,3 %, die Durchschnittsmieten um 4,9 %. Gegenüber dem zweiten Quartal zogen die Mietpreise besonders in Düsseldorf, Frankfurt, Köln und im Ruhrgebiet an.
| Standort | Spitzenmiete im 3. Quartal 2026 | Veränderung |
|---|---|---|
| München | 11,25 €/m² | plus 7 % |
| Frankfurt | 9,00 €/m² | plus 10 % |
| Düsseldorf | 8,85 €/m² | plus 4 % |
| Hamburg | 8,80 €/m² | plus 4 % |
| Köln | 8,60 €/m² | plus 12 % |
| Berlin | 8,30 €/m² | plus 1 % |
| Ruhrgebiet | 8,10 €/m² | plus 3 % |
| Leipzig | 5,70 €/m² | unverändert |
Die geringere spekulative Neubautätigkeit reduziert das kurzfristig verfügbare Flächenangebot in gefragten Lagen. Das begrenzt den Umsatz in einigen großen Logistik-Hubs und führt zu Ausweichbewegungen in andere Standorte. Gesuche und laufende Verhandlungen über großflächige Verträge sprechen dennoch für eine hohe Nachfrage im Schlussquartal.
Zu den bedeutenden Verträgen zählten 89.000 m² für Ceva Logistics in Frankfurt (Oder) im zweiten Quartal, 70.000 m² für ID Logistics in Alsdorf im ersten Quartal und 61.000 m² für einen Textildienstleister in Könnern im dritten Quartal.
Bis zum Jahresende werden nur geringe Veränderungen der geopolitischen Lage, insbesondere des Nahostkonflikts, erwartet. Führende Wirtschaftsforschungsinstitute erhöhten ihre Prognose für das deutsche BIP-Wachstum 2026 auf 1,3 %. Impulse kommen vor allem aus staatlichen Ausgaben für Infrastruktur, Klimaneutralität und Verteidigung sowie aus Exporten und Industrieproduktion.
Das Gesamtjahresergebnis 2026 soll den Vorjahreswert von knapp 6,1 Mio. m² deutlich übertreffen. Berichtstand des Marktberichts ist der 30. September 2026. Und bei Montea wird derweil weiter an der deutschen Pipeline gearbeitet – ab 19. Oktober zunächst mit Friedrich Schäufele, ab Februar 2027 dann unter der Leitung von Maximilian Tappert.
