Neuer Edeka-Markt in Feldberg für rund sechs Millionen Euro zu verkaufen
Ein nagelneuer Edeka-Markt in Feldberg im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte steht schon wieder zum Verkauf. Der Supermarkt wurde laut Anzeige im April 2026 fertiggestellt und nach Medienberichten Ende Mai eröffnet. Nun wird das Gebäude samt Parkplatz über Kleinanzeigen angeboten – als „Funkelnagelneuer Supermarkt, Vollsortimenter in Feldberg zu verkaufen, Neubau“.
Der Preis liegt je nach Darstellung bei rund sechs Millionen Euro beziehungsweise rund 6,3 Millionen Euro. Die Gewerbefläche umfasst 2.400 Quadratmeter. Edeka bleibt geöffnet und soll künftig als Mieter im Gebäude bleiben. Für den Käufer geht es also nicht darum, selbst Regale einzuräumen, Kühltruhen zu bestücken oder einen Markt zu betreiben, sondern um eine bereits vermietete Gewerbeimmobilie.
Langfristiger Mietvertrag, laufende Einnahmen
Laut Inserat läuft der Mietvertrag 15 Jahre. Dazu kommen drei Verlängerungsoptionen von jeweils fünf Jahren. Die Jahresmiete beträgt 374.400 Euro, monatlich sind das 31.200 Euro. Der Kaufpreis entspricht damit ungefähr dem 16-Fachen der Jahresmiete.
Eigentümer des Gebäudes und des Areals ist der Unternehmer Hans Harms. Er habe den Markt eigens für den anschließenden Verkauf bauen lassen. Makler Marc Drommel erklärte der BILD, hinter dem Angebot steckten weder eine Pleite noch eine finanzielle Notlage, sondern eine normale Investitionsmaßnahme. Harms wohnt rund 400 Kilometer von Feldberg entfernt und trennt sich nach Angaben des Maklers wegen seines Alters derzeit von mehreren Immobilien.
Die Lage bezeichnete der Makler als sehr gut. Der Markt sei der Hauptversorger vor Ort. Auch der Edeka-Verbund ist kein kleiner Name: Im Geschäftsjahr 2025 erzielte er einen Gesamtumsatz von 77,3 Milliarden Euro.
Nebenkosten treiben den Gesamtbetrag nach oben
Mit dem Kaufpreis ist es allerdings nicht getan. Grunderwerbsteuer und Notarkosten trägt der Käufer. Zusätzlich fällt bei notariellem Vertragsabschluss eine Käuferprovision von 3,57 Prozent inklusive Mehrwertsteuer an. Bei sechs Millionen Euro Kaufpreis entspricht das rechnerisch 214.200 Euro.
Der Stern beziffert Gebühren und Steuern insgesamt auf rund 700.000 Euro. Die Gesamtkosten könnten damit knapp sieben Millionen Euro erreichen. Wer hier einsteigt, kauft also ein neues Gebäude mit Mietvertrag – muss aber auch eine ordentliche Summe auf den Tisch legen, bevor die erste Miete fließt.
Was tatsächlich verkauft wird
Im Inserat widersprechen die Anbieter Teilen der bisherigen Berichterstattung und sprechen von falschen Angaben in Presse und Radio. Verkauft werde ausdrücklich nur die Immobilie. Inventar und Lebensmittel seien nicht Bestandteil des Angebots.
Die Darstellung eines „vollausgestatteten Supermarkts“ sei deshalb laut Anbieter falsch. Der Markt samt Gebäude und Parkplatz wird angeboten, nicht jedoch die Ladeneinrichtung oder der Warenbestand. Makler Marc Drommel weist außerdem darauf hin, dass seine Angaben auf Informationen des Auftraggebers beruhen. Eine Haftung für deren Richtigkeit und Vollständigkeit werde nicht übernommen; prüfen müsse der Käufer selbst.
Das Inserat ist unter anderem bei Kleinanzeigen veröffentlicht. Dort wird der neue Edeka-Markt als Vollsortimenter in Feldberg beschrieben, während der Nordkurier den im Mai 2026 eröffneten Supermarkt mit einem Angebotspreis von rund 6,3 Millionen Euro nennt.
Weitere ungewöhnliche Immobilienangebote
Der Feldberger Markt ist nicht das einzige ungewöhnliche Verkaufsobjekt, das in diesem Zusammenhang genannt wird. Bei der früheren DDR-Militäranlage Ostervilm im Greifswalder Bodden lag das Mindestgebot bei einer Versteigerung bei 39.000 Euro. Nach 20 Geboten erhielt ein Bieter für 60.000 Euro den Zuschlag. Auf der Insel stehen heute vor allem Rost, Risse und Reste eines verlassenen Gebäudes.
Auch der Campingplatz „Neue Scheune“ in Ferch am Schwielowsee fand bei einer Versteigerung am 24. September 2026 zunächst keinen Käufer. Das Gelände wird nun im Nachverkauf angeboten. In Feldberg dagegen läuft der Betrieb weiter, die Edeka-Kundschaft soll bleiben – nur der Eigentümer des Hauses könnte bald ein anderer sein.
