Rheintalbahn zwischen Freiburg und Basel wegen Ausbauarbeiten gesperrt
Wer heute, am 1.10.2026, zwischen Freiburg und Basel mit der Bahn unterwegs sein will, braucht Geduld. Die Rheintalbahn ist am ersten Oktoberwochenende wegen Bauarbeiten gesperrt. Im Fernverkehr gelten die Einschränkungen am 3. und 4. Oktober, im Regionalverkehr bereits von Freitag, 2. Oktober, 5 Uhr, bis Montag, 5. Oktober, 6:30 Uhr.
Für Reisende bedeutet das: Verbindungen prüfen, Umwege einplanen und lieber nicht auf die letzte Minute losfahren. Die Deutsche Bahn empfiehlt, sich vor der Fahrt über die jeweilige Verbindung zu informieren. Im Ersatzverkehr dauern die Wege länger. Fahrräder können in den Ersatzbussen nicht mitgenommen werden.
Fernverkehr endet früher oder fährt über Singen
Die ICE-Linien Berlin–Schweiz und Hamburg–Köln–Basel beginnen und enden in Freiburg. Die ICE-Linie Hamburg–Kassel–Basel endet dagegen in Karlsruhe. In Offenburg entfallen an diesen Tagen alle Fernverkehrshalte.
Zwischen Freiburg und Basel fahren Ersatzbusse. Außerdem werden täglich fünf ICE-Zugpaare zwischen Karlsruhe und Zürich über Singen umgeleitet. Für manche Fahrgäste dürfte das eine ziemlich lange Reise werden – und für die Busse gilt: unterschiedliche Haltestellen, je nach Strecke.
Auch Regionalzüge fallen aus
Im Regionalverkehr fallen der RE 7 Karlsruhe–Basel, die RB 26 Offenburg–Freiburg und die RB 27 Freiburg–Basel Badischer Bahnhof zwischen Freiburg und Basel Badischer Bahnhof aus. Auf der RB 26 entfallen zeitweise zusätzlich die Züge zwischen Offenburg und Lahr.
Für die Verbindung Offenburg–Lahr gibt es Alternativen über Friesenheim. Zwischen Freiburg, dem Markgräflerland und Basel verkehren Ersatzbusse, allerdings mit unterschiedlichen Haltestellen. Wer mit Gepäck unterwegs ist, sollte sich den Umstieg vorher genau ansehen – sonst steht man schnell mit Koffer und Fahrplan etwas ratlos am falschen Straßenrand.
Arbeiten an Gleisen, Weichen und Stellwerk
Hinter der Sperrung stehen Arbeiten für den viergleisigen Ausbau der Rheintalbahn Karlsruhe–Basel. Während des Wochenendes wird unter anderem am neuen elektronischen Stellwerk in Basel gearbeitet. Auch die Oberleitung zwischen Weil am Rhein und Basel ist an der Reihe; an mehreren Abschnitten werden außerdem Weichen, Gleise und Oberleitungen instandgehalten.
Die rund 170 Jahre alte Strecke soll von zwei auf vier Gleise wachsen. Das soll die Fahrzeiten im Fernverkehr verkürzen und zusätzliche Kapazitäten für den Güterverkehr schaffen. Die Bahnstrecke zwischen Karlsruhe und Basel ist rund 200 Kilometer lang und für den überregionalen sowie internationalen Schienenverkehr von großer Bedeutung. Zwei zusätzliche Gleise sollen die stark ausgelastete Strecke künftig entlasten und mehr Schienenverkehr ermöglichen.
Die Rheintalbahn gehört zum europäischen Verkehrskorridor Rotterdam–Köln–Karlsruhe–Basel–Genua und damit zum Eisenbahnkorridor zwischen Rotterdam und Genua. Zum Großprojekt „Ausbau- und Neubaustrecke Karlsruhe–Basel“ gibt es eine interaktive Karte mit den Planfeststellungsabschnitten. Für Screenreader ist diese Karte nicht barrierefrei darstellbar.
Neue Gütergleise am Grenzübergang
Wie weit der Ausbau bereits reicht, zeigt ein Projekt am Grenzübergang zwischen Weil am Rhein und Basel: In der Nacht zum 29. April 2024 nahm die Deutsche Bahn dort eine neue Gleisgruppe für den Güterverkehr in Betrieb. Sie ist Teil der Erweiterung der Rheintalbahn und stärkt den europäischen Güterverkehrskorridor Rhine-Alpine.
Die neue Gleisgruppe verläuft parallel zur bestehenden Rheintalbahn zwischen dem Bahnhof Weil am Rhein und dem Fluss Wiese. Sie umfasst sechs neue Gleise. Zwei davon sind künftig für durchfahrende Güterzüge vorgesehen, vier dienen der Zollabfertigung sowie dem Wechsel von Lokomotiven und Personal.
Im Zuge der Arbeiten wurden rund zwölf Kilometer Schienen verlegt und eine Eisenbahnbrücke erneuert. Dazu kamen zwei Schallschutzwände mit einer Gesamtlänge von etwa 780 Metern. Der Ausbau im Knoten Basel erfolgt in mehreren Etappen, damit der Bahnverkehr möglichst wenig beeinträchtigt wird. Fertiggestellte Anlagenteile gehen schrittweise in Betrieb.
Bislang wurden Güterzüge im Bahnhof Weil am Rhein abgefertigt. Seit Anfang 2024 baut die DB den Bahnhof zu einem reinen Personen- und Durchgangsbahnhof um. Ziel ist ein reibungsloser Zugverkehr in der Grenzregion zwischen Haltingen, Weil am Rhein und Basel. Am ersten Oktoberwochenende bleibt für Reisende trotzdem erst einmal der Ersatzbus – und etwas mehr Zeit im Gepäck.
