Heute ist der 21.10.2026 und es gibt Neuigkeiten von der A45 bei Wetzlar! Die Talbrücke Blasbach, die stolze 404 Meter lang ist, steht vor einem großen Umbau. In den letzten Monaten wurden bereits Rodungsarbeiten im Umfeld durchgeführt und Fahrbahnen ertüchtigt. Aber jetzt wird es ernst: Seit letzter Woche wird der gesamte Verkehr in beide Richtungen über die Brückenhälfte in Fahrtrichtung Frankfurt geleitet. Pro Richtung bleiben dabei zwei Fahrspuren geöffnet – das ist schon mal eine Erleichterung für die Pendler.

Interessanterweise wird der Verkehr aus dem Südosten, der zum Wetzlarer Kreuz in Richtung Aßlar oder Blasbach abbiegen möchte, bereits vor der Brücke auf die zu sprengende Brückenhälfte geleitet. Die Abfahrt für den Verkehr aus Richtung Frankfurt erfolgt über die nördliche Brückenhälfte. Die Planung sieht vor, dass die Brückenhälfte in Richtung Dortmund in der ersten Jahreshälfte 2027 gesprengt werden soll. Ein aufregendes, wenn auch herausforderndes Unterfangen für alle Verkehrsteilnehmer.

Vorbereitungen und Umleitungen

Hinter der Brücke wird derzeit eine provisorische Verbindungsrampe über den Mittelstreifen gebaut, die bis Ende 2026 fertiggestellt werden soll. Diese Rampe wird dafür sorgen, dass die Abfahrt am Wetzlarer Kreuz auch nach der Sprengung möglich bleibt. Zusätzlich wird die Beschleunigungsspur von der A480 bei Aßlar auf die A45 in Richtung Frankfurt verlängert. Allerdings muss während dieser Arbeiten die Verbindung von Blasbach zur A45 in Richtung Frankfurt gesperrt werden. Der genaue Zeitpunkt der Sperrung steht allerdings noch nicht fest – das kann ja spannend werden!

Die Brückenhälfte, die zuerst abgerissen wird, hat eine etwas schlechtere Zustandsnote als die in Richtung Frankfurt. Wenn man bedenkt, dass die Talbrücke Blasbach täglich von rund 60.000 Fahrzeugen genutzt wird, darunter ein Fünftel Schwerlastverkehr, ist es kein Wunder, dass die Arbeiten hohe Priorität haben. Die bestehende Brücke wurde 1971 erbaut und ist 40 Meter breit, der Neubau wird hingegen gut 53 Meter breit sein und weiterhin aus zwei Teilbauwerken bestehen. Das alles ist Teil eines größeren Plans, denn die A45 ist größtenteils vierspurig, aber soll künftig sechsspurig ausgebaut werden.

Bauprojekte im Kontext

Der Rückstand bei der Sanierung von Autobahnbrücken in Deutschland ist alarmierend. Laut den neuesten Zahlen sank die Zahl der sanierten Autobahnbrücken 2025 auf 157, während es 2024 noch 212 waren. Ursprünglich war das Ziel, jährlich 400 Brücken zu sanieren. Das Verkehrsministerium erklärte, die Verzögerungen lägen an der vorläufigen Haushaltsführung. Auch 2026 könnte das Sanierungsziel erneut verfehlt werden, was nicht gerade für Optimismus sorgt.

Ein Blick auf die gesamte A45 zeigt, dass der Abschnitt zwischen dem Gambacher Kreuz bei Gießen und dem Westhofener Kreuz bei Hagen 231 Brückenbauwerke umfasst – eine Herausforderung, die nicht unterschätzt werden darf. Von 22 Talbrücken im Zuständigkeitsbereich der Außenstelle Dillenburg wurden bereits acht neu gebaut. Es bleibt zu hoffen, dass die Bauarbeiten an der Talbrücke Blasbach nicht nur schnell, sondern auch effizient vorangehen, denn die Verkehrsteilnehmer haben schon genug mit Umleitungen und Staus zu kämpfen.

Die Zukunft der Talbrücke Blasbach ist also spannend und wird uns in den kommenden Monaten weiterhin beschäftigen. Es bleibt abzuwarten, wie die Arbeiten voranschreiten und welche weiteren Überraschungen uns dabei erwarten. Die Bauprojekte in der Region sind ein klarer Indikator für die Herausforderungen, die die Sanierung der Autobahnbrücken in Deutschland mit sich bringt – und das nicht nur für die Verkehrsteilnehmer, sondern auch für die betroffenen Gemeinden.