Bei Wolgast wächst derzeit eine neue Brücke über den Peenestrom – und daneben bleibt die alte nicht ohne Arbeit. Die bestehende Peenestrom-Klappbrücke sorgt bis zum 18. Dezember für Verkehrsbehinderungen. Wer dort unterwegs ist, braucht also etwas Geduld.

Zuerst wird der Fahrbahnbelag auf der beweglichen Brückenklappe verstärkt. Dafür wird die vorhandene Beschichtung angeraut und anschließend eine zusätzliche Schicht aufgetragen. Die Fahrbahn muss währenddessen halbseitig gesperrt werden. Viel Platz bleibt auf der Brücke ohnehin nicht, wenn der Verkehr an der Baustelle vorbeigeführt wird.

Alte Brücke braucht Verstärkung

Ab November 2026 kommen die Drehlagersockel der Brückenklappe an die Reihe. An den Betonsockeln wurden Schäden an der Oberfläche festgestellt. Stahlträger sollen sie sichern und stabilisieren.

Die Reparaturen sind kein Luxus: Die bestehende Brücke muss für den Schiffsverkehr regelmäßig geöffnet werden und gilt altersbedingt als reparaturanfällig. Auch die Zecheriner Brücke, die als südliche Zufahrt nach Usedom dient, ist in die Jahre gekommen. Für sie laufen Planungen für einen Ersatzneubau.

Neue Querung mit großen Maßen

Während an der alten Brücke gearbeitet wird, entsteht bei Wolgast der Neubau als Teil der Ortsumgehung. Die neue Peenestrombrücke soll 1,4 Kilometer lang werden. Ihre Pylone erreichen eine Höhe von 70 Metern, die Durchfahrtshöhe über dem Peenestrom soll 42 Meter betragen.

Geplant ist eine Zügelgurtbrücke. Damit soll das Bauwerk die größte Brücke dieser Art in Europa werden. Klingt nach großen Zahlen – und genau das ist es auch: Die Auftragssumme für das Brückenbauwerk beträgt 421 Millionen Euro.

Die Ortsumgehung soll den Verkehr aus Wolgast herausführen und die stauanfällige nördliche Zufahrt nach Usedom entlasten. Gerade in der Urlaubssaison dürfte das für viele Autofahrer ein ziemlich wichtiger Unterschied sein. Der Bau zählt zum derzeit größten Straßenbauprojekt in Mecklenburg-Vorpommern.

Freigabe für Ende 2029 vorgesehen

Die Gesamtkosten der Ortsumgehung liegen inzwischen bei rund 500 Millionen Euro. Ursprünglich waren 138 Millionen Euro veranschlagt. Bis Herbst 2025 war das Projekt gefährdet; anschließend wurde es durch Mittel aus dem Sondervermögen Infrastruktur finanziell abgesichert.

Nach aktuellem Stand ist die Verkehrsfreigabe der Ortsumgehung für Ende 2029 vorgesehen. Bis dahin bleibt die alte Klappbrücke im Einsatz – mit ihren Öffnungen für Schiffe, den laufenden Reparaturen und den jetzt angekündigten Behinderungen auf der Fahrbahn.