Der Bau des Fehmarnbelt-Tunnels ist durch einen Cyberangriff gestört worden. Betroffen war das Baukonsortium „Femern Link Contractors“ (FLC), dem auch der Oberpfälzer Baukonzern Max Bögl aus Sengenthal im Landkreis Neumarkt angehört.

Eine Projektsprecherin bestätigte am Mittwoch, dass es einen Cyberangriff auf FLC gegeben habe. Medienberichten zufolge ereignete sich der Angriff am Montag und beeinträchtigte Arbeitsabläufe auf der Baustelle. Unter anderem sollen Zugangskarten zeitweise nicht funktioniert haben – auf einer Großbaustelle mit vielen Beschäftigten reicht so etwas schon, um Abläufe ins Stocken zu bringen.

Angriff trifft das Konsortium, nicht die Bögl-IT

FLC gehört acht Unternehmen. Neben Max Bögl ist darunter auch das Frankfurter Bauunternehmen Wayss & Freytag. Max Bögl machte keine Angaben zu den Einzelheiten des Vorfalls. Ein Sprecher stellte jedoch klar, dass die unternehmenseigene IT-Infrastruktur der Firmengruppe Max Bögl nicht betroffen sei.

Der Angriff richtete sich damit nach den vorliegenden Angaben gegen das Konsortium, das für eines der größten Verkehrsprojekte Europas arbeitet. Wie lange die Einschränkungen dauerten und welche Bereiche genau betroffen waren, wurde nicht mitgeteilt.

18 Kilometer unter der Ostsee

Der rund 18 Kilometer lange Tunnel soll künftig die deutsche Ostseeinsel Fehmarn mit Lolland in Dänemark verbinden. Nach früheren Angaben von Max Bögl soll er nach seiner Fertigstellung der längste kombinierte Unterwasserstraßen- und Eisenbahntunnel der Welt sein.

Für Reisende würde sich die Verbindung deutlich verändern: Die Fahrt durch den Tunnel soll etwa zehn Minuten mit dem Auto und sieben Minuten mit dem Zug dauern. Die derzeitige reine Fährüberfahrt dauert ungefähr 45 Minuten. Gegenüber der Route über Jütland soll die neue Verbindung die Strecke um rund 160 Kilometer verkürzen.

Ein kurzer Weg, der allerdings erst noch gebaut werden muss. Die Fertigstellung war zuletzt für 2029 vorgesehen; inzwischen wird die Eröffnung für 2031 erwartet. Auf der Baustelle dürfte deshalb weiterhin jeder funktionierende Zugang, jede verfügbare Arbeitsminute und vermutlich auch jede stabile Verbindung zählen.